Der geplante Investorendeal der FIFA droht endgültig zu scheitern. Nachdem die UEFA bereits mit einem Boykott aller FIFA-Spiele gedroht hatte, stellte sich nun auch der nord- und mittelamerikanische Kontinentalverband Concacaf geschlossen gegen die Pläne. In einer gemeinsamen Sitzung lehnten die 41 Mitgliedsverbände der Concacaf den Vorschlag ab, der den Verkauf kommerzieller Rechte an der Weltmeisterschaft vorsieht.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte den 211 Mitgliedsverbänden Einnahmen in vierfacher Höhe in Aussicht gestellt. Doch mit der Ablehnung durch die Europäer (55 Stimmen) und nun auch durch Nord- und Mittelamerika (41 Stimmen) ist eine Mehrheit für den Deal unwahrscheinlich. Die Deadline für die Zustimmung wurde auf den 19. September festgelegt.
UEFA droht mit Boykott
Die UEFA hatte zuvor einstimmig beschlossen, alle FIFA-Spiele zu boykottieren, sollte der Weltverband an seinem Plan festhalten. In einer Erklärung hieß es: „Europas Position ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet.“
Die Concacaf-Statements waren zwar weniger kämpferisch, übten aber deutliche Kritik am Vorgehen der FIFA. Der Verband beanstandete das fehlende ordnungsgemäße Verfahren, die künstlich verkürzte Frist und das Fehlen einer Prüfung durch die zuständigen FIFA-Gremien. Damit positionieren sich auch die drei WM-Gastgeber USA, Mexiko und Kanada gegen Infantino.
Milliardensumme durch Rechteverkauf
Die FIFA hatte mitgeteilt, durch den Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte an der WM eine Milliardensumme einnehmen zu wollen. Im Gegenzug stellte sie den Verbänden eine Sonderzahlung in Aussicht. Doch die Kritik an den undurchsichtigen Verhandlungen und dem Zeitdruck wächst. Ohne die Unterstützung wichtiger Kontinentalverbände scheint der Deal nun zu platzen.



