WM-Experte van Lent: Infantinos 64-Team-Plan ist „zu viel Kommerz“
WM-Experte van Lent: Infantinos 64-Team-Plan ist zu viel Kommerz

Nach einer ungewohnt langen Pause nimmt die Fußball-Weltmeisterschaft wieder Fahrt auf. Mit Frankreich und Spanien sowie Argentinien und England duellieren sich vier Giganten in den beiden Halbfinals. Im Schatten der Spiele spricht FIFA-Boss Gianni Infantino bereits über eine zu diskutierende Aufstockung der WM auf 64 Teams. Unserem WM-Experten Arie van Lent graut es bereits jetzt davor. Mit erhöhtem Puls ärgert er sich zudem über den VAR und England-Star Jude Bellingham.

Van Lent: 64 Teams wären „zu viel Kommerz“

Die Aufstockung von 32 auf 48 Teams bewertet Infantino als großen Erfolg. Van Lent sieht das differenziert: „Nur in kleinen Teilen. Eine Nation wie Kap Verde hat das Turnier bereichert. Andere Nationen hatten ihre Momente. Aber es ist und bleibt eine Weltmeisterschaft. Wir wollen keine Freundschaftsspiele sehen.“ Der ehemalige Bundesliga-Stürmer warnt vor einer weiteren Aufstockung: „Du brauchst auch mal eine Pause, um dich auf die Bundesliga freuen zu können. Das ist zu viel. Zu viel Kommerz. Es wird einfach noch extremer. Das kann nicht gut sein.“

VAR-Ärger: „Da kann ich mich nur noch kaputtlachen“

Rund um die WM mehren sich Verschwörungstheorien. Van Lent lacht über den Begriff „VARgentinien“ für Argentinien: „Da musste ich sehr lachen. Aber es ist schon etwas Wahres dran.“ Er kritisiert die zunehmende Komplexität: „Fehlentscheidungen haben immer zum Fußball gehört. Jetzt muss alles durch den VAR kommentiert werden. Manchmal wissen wir gar nicht, warum der VAR sich einschaltet.“ Besonders ärgert ihn die Diskussion um den norwegischen „Kabelbrand“: „Ich denke, der Ball hat das Kabel berührt. Dann kommt die FIFA mit ihrem Ball-Herzschlag. Da kann ich mich nur noch drüber kaputtlachen. Das nervt einfach.“

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Bellinghams Kritik an Tuchel: „Hätte er sich verkneifen sollen“

Thomas Tuchel kritisierte Englands Leistung gegen Norwegen scharf – was Jude Bellingham nicht gefiel. Van Lent zeigt Unverständnis: „Die Kritik war berechtigt. Da kam wieder das Superstar-Ego heraus. Er hätte sich auf die Zunge beißen müssen. Früher hätte man dafür eine geknallt bekommen oder der Verein hätte einen weggeschickt.“ Er lobt die Respektspersonen von damals wie Otto Rehhagel oder Hans Meyer.

Halbfinal-Prognosen: Frankreich und England als Favoriten

Im ersten Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich sieht van Lent die Franzosen vorn: „Frankreich zeigt beeindruckende Stabilität. Offensiv haben sie zu große Qualität. Die Superstars um Mbappé machen alle beim Pressing mit. Mein Herz sagt Spanien, mein Kopf sagt Frankreich.“ Beim Duell England gegen Argentinien tippt er auf England: „Ich spüre eine Euphorie. Ich glaube, sie können das packen.“ Van Lent hatte vor der WM auf Argentinien gegen Frankreich im Finale getippt, revidiert aber: „Aktuell denke ich eher, dass England ins Endspiel kommt.“

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