Der spektakuläre Transfer des kapverdischen WM-Helden Vozinha zu Colo-Colo sorgt für unerwartete Probleme. Der Torwart, der bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit seinem Team für eine der größten Überraschungen der Turniergeschichte sorgte, muss bei seinem neuen chilenischen Klub auf seinen bekannten Spitznamen auf dem Trikot verzichten. Grund ist eine Regel des chilenischen Fußballverbandes ANFP, die die Verwendung von Spitznamen auf den Rückennummern verbietet.
Hintergrund des Namensverbots
Bürgerlich heißt der 40-jährige Keeper Josimar Évora Dias. „Vozinha“ ist lediglich ein Spitzname, den er seit Jahren trägt und der ihn international bekannt gemacht hat. Die ANFP schreibt jedoch vor, dass Spieler nur mit einem ihrer Nachnamen auf dem Trikot auflaufen dürfen. Vozinha muss sich daher zwischen „Évora“ und „Dias“ entscheiden. Für den Klub und den Spieler selbst ist dies ein herber Rückschlag, da der Name Vozinha ein wesentlicher Bestandteil seiner Popularität ist.
Colo-Colo hatte sich von der Verpflichtung des WM-Helden nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch einen Boom bei den Trikotverkäufen erhofft. Vozinha erlangte während des Turniers Kultstatus, nachdem er mit Kap Verde bis ins Achtelfinale vorgedrungen war. Dort traf die Inselgruppe mit nur rund 530.000 Einwohnern auf den späteren Weltmeister Argentinien und unterlag erst nach Verlängerung mit 2:3. Besonders bemerkenswert war das torlose Unentschieden gegen Spanien im ersten Gruppenspiel.
Explosion der Social-Media-Follower
Die Leistungen bei der WM katapultierten Vozinha in die globale Öffentlichkeit. Seine Instagram-Followerzahl stieg von knapp 50.000 auf mittlerweile rund 30 Millionen an. Dieser Hype sollte sich nach den Vorstellungen der Klubverantwortlichen auch in Fanartikel-Verkäufen niederschlagen. Doch mit dem fehlenden Spitznamen auf dem Trikot dürfte der erhoffte Marketing-Coup deutlich abgeschwächt werden. Fans, die das ikonische „Vozinha“-Trikot tragen wollten, werden nun ein Trikot mit einem weniger bekannten Nachnamen kaufen müssen.
Vozinha wechselte ablösefrei vom portugiesischen Zweitligisten Chaves zu Colo-Colo. Sein Vertrag läuft bis Ende 2026 und beinhaltet eine Option auf Verlängerung um ein weiteres Jahr. Nach Informationen des chilenischen Radiosenders „Radio ADN“ verdient der Torwart umgerechnet 524.520 Euro pro Jahr. Damit liegt sein Gehalt deutlich unter dem des Top-Verdieners bei Colo-Colo: Arturo Vidal, der ehemalige Bundesliga-Star von Bayern München und Bayer Leverkusen, kassiert rund 1,27 Millionen Euro jährlich.
Vozinha trifft auf Arturo Vidal
Die Zusammenarbeit mit Vidal könnte für Vozinha eine besondere Motivation sein. Der erfahrene chilenische Nationalspieler ist nach wie vor einer der bekanntesten Fußballer Südamerikas. Colo-Colo erhofft sich durch die Mischung aus jungem Talent und erfahrenen Spielern wie Vidal eine erfolgreiche Saison in der chilenischen Liga und internationalen Wettbewerben. Vozinha wird voraussichtlich als Stammtorwart eingeplant, sodass die Namensfrage auf dem Trikot noch vor seinem ersten Pflichtspiel geklärt werden muss.
Der Fall zeigt, wie strenge Verbandsregeln selbst die cleversten Marketingstrategien durchkreuzen können. Ob Vozinha sich für Évora oder Dias entscheiden wird, ist noch offen. Fest steht, dass der WM-Held bei Colo-Colo seine Fans mit seinen Leistungen überzeugen muss, unabhängig vom Namen auf dem Rücken.



