Nagelsmann: „Gewinnen ist alles“
Julian Nagelsmann ist sich der großen Bedeutung des K.-o.-Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay bewusst. „Im Fußball geht es nur ums Gewinnen. Wenn du gewinnst, ist alles perfekt. Wenn du verlierst, ist alles shit. Also müssen wir gewinnen“, sagte der Bundestrainer auf der Pressekonferenz vor der Partie der WM-Zwischenrunde am Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough. Die Frage eines brasilianischen Journalisten auf Englisch beantwortete er direkt.
Die DFB-Elf hat bei der ersten WM mit 48 Teams erstmals seit dem Titelgewinn 2014 in Brasilien wieder die Gruppenphase überstanden. Dennoch gab es nach dem enttäuschenden 1:2 gegen Ecuador viel Kritik an Spielweise und Einstellung. Nagelsmann konterte: „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendeine Beweispflicht habe gegenüber anderen als Bundestrainer. Wir freuen uns, wenn alle Fans uns unterstützen. Aber in erster Linie geht es darum, dass wir uns so präparieren, dass wir in der Lage sind, ein gutes Spiel zu machen.“
Paraguay kündigt Kampf an
Paraguays Kapitän Gustavo Gómez kündigte für das Duell mit Deutschland einen kampfbetonten Auftritt an. „In den drei Spielen – unabhängig von den Ergebnissen – haben wir gezeigt, dass wir gut kämpfen können. Das wird morgen nicht anders sein. Das ist unsere Identität“, sagte der 33-Jährige. Paraguay qualifizierte sich als einer der acht besten Gruppendritten für das Sechzehntelfinale. Nach dem 1:4 zum Auftakt gegen Co-Gastgeber USA blieb das Team von Trainer Gustavo Alfaro zweimal ohne Gegentor – beim 1:0 gegen die Türkei sogar trotz langer Unterzahl. Die Abwehr ist die klare Stärke der Südamerikaner.
Diomande vor Wechsel zu PSG
Der heiß begehrte Angreifer Yan Diomande von der Elfenbeinküste hat sich Medienberichten zufolge während der WM für einen Vereinswechsel von RB Leipzig zu Paris Saint-Germain entschieden. Laut den Sendern Sky und RMC sowie des Transfer-Experten Fabrizio Romano soll sich der 19-Jährige mit dem Champions-League-Sieger auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt haben. Damit der Wechsel nach der WM stattfinden kann, muss sich PSG noch mit Leipzig über die Ablösesumme einigen. Beide Clubs befinden sich demnach bereits im Austausch. An Diomande hatte auch der FC Liverpool großes Interesse gezeigt; RB soll ein Angebot der Reds über 100 Millionen Euro abgelehnt haben.
Gakpo spielt trotz persönlicher Tragödie
Die Niederlande wollen das Sechzehntelfinale auch mit Angreifer Cody Gakpo gewinnen. Der Stürmer vom FC Liverpool hatte am Samstag öffentlich gemacht, dass sein zweiter Sohn während der Schwangerschaft seiner Freundin gestorben war. Dennoch wird Gakpo in der Partie gegen Marokko im mexikanischen Monterrey am Dienstag (3.00 Uhr MEZ) dabei sein. „Es war eine sehr traurige Nachricht. Wir haben das getan, was in unserer Macht stand, um ihn zu unterstützen“, sagte Bondscoach Ronald Koeman. Er habe großen Respekt davor, dass Gakpo bei der Mannschaft geblieben sei. „Das zeigt, was ihm die Elftal bedeutet.“ Gakpo, der in den drei Gruppenspielen zwei Treffer erzielte, wird von Anfang an spielen.
Broos vertagt Zukunftsentscheidung
Hugo Broos hat seine Zukunft als Nationaltrainer von Südafrika nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale offen gelassen. „Ich denke, es ist nicht klug, Entscheidungen zu treffen, wenn man enttäuscht ist. Also werde ich das auch nicht tun“, sagte der 74-jährige Belgier nach dem 0:1 gegen Co-Gastgeber Kanada in Inglewood. Vor der Endrunde hatte Broos angekündigt, dass nach der WM Schluss sei. Nach dem Einzug ins Sechzehntelfinale wich er aber ab. Man werde „sehen, wie es für mich weitergeht. Ich habe immer gesagt: Ja, das ist meine letzte Weltmeisterschaft. Das steht fest. Was in den nächsten Tagen und Wochen passieren wird, hängt auch ein bisschen davon ab, wie Südafrika die Zukunft sieht.“
Brasilien warnt vor Japan
Rekordweltmeister Brasilien lehnt die Favoritenrolle im Sechzehntelfinale gegen Japan ab. Es wäre „völlig falsch“, die japanische Mannschaft auch nur im Geringsten zu unterschätzen, sagte Kapitän Marquinhos vor dem K.-o.-Spiel am Montag (19.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) in Houston. „Sie hat sich mit starken Gegnern gemessen und in den vergangenen Spielen bewiesen, dass sie mit den ganz Großen mithalten kann.“ Nationaltrainer Carlo Ancelotti verriet seinen Plan mit Starspieler Neymar nicht. Neymar sei körperlich so weit, auch länger als nur 15 Minuten spielen zu können, sagte der Italiener: „Letztlich wird das aber vom Spielverlauf und der Situation abhängen, die uns im morgigen Spiel erwartet.“



