Vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wagte der SPIEGEL eine detaillierte Prognose: Wer wird Weltmeister? Wo landet das DFB-Team? Und welche Mannschaft wird überraschen? Nun, nach Turnierende, ziehen die Autoren Jan Göbel und Danial Montazeri Bilanz – und räumen Fehler ein, zeigen aber auch Stolz auf richtige Einschätzungen. Zudem gibt es einen internen Streitfall zu diskutieren.
Die Prognose im Rückblick
In der Vorberichterstattung hatte der SPIEGEL ein Ranking erstellt, das die Chancen aller 32 Teilnehmer bewertete. Die Redaktion setzte auf Brasilien als Titelfavorit, rechnete dem DFB-Team eine Halbfinal-Teilnahme zu und tippte auf Marokko als Überraschungsteam. Doch die Realität sah anders aus: Brasilien schied bereits im Viertelfinale aus, die deutsche Mannschaft verpasste das Halbfinale, und Marokko kam nicht über die Gruppenphase hinaus.
Wo der SPIEGEL falsch lag
Göbel und Montazeri geben offen zu: „Wir haben Brasilien überschätzt. Die individuelle Klasse reichte nicht, um taktische Defizite zu kaschieren.“ Auch die DFB-Elf sei schwächer eingeschätzt worden als erhofft. „Die Mannschaft zeigte starke Ansätze, aber die mangelnde Effizienz vor dem Tor bestrafte sich im Viertelfinale gegen Spanien.“ Die größte Fehleinschätzung: Marokko. „Wir dachten, der Schwung von 2022 würde reichen, aber die Gruppe war zu stark.“
Worauf der SPIEGEL stolz sein kann
Dennoch gibt es auch Erfolge. Die Prognose, dass Argentinien erneut stark sein würde, bestätigte sich: Die Albiceleste erreichte das Finale. „Wir hatten Argentinien auf Platz zwei gesetzt, das war richtig“, so die Autoren. Auch die Einschätzung, dass England schwächeln würde, bewahrheitete sich – die Three Lions schieden im Achtelfinale aus. Zudem wurde die Überraschung aus Afrika richtig erkannt: Senegal erreichte das Viertelfinale, wie vom SPIEGEL vorhergesagt.
Der interne Streitfall
Besonders diskutiert wird in der Redaktion die Bewertung der französischen Mannschaft. Während ein Teil der Autoren Frankreich als Titelkandidat sah, setzte sich die Mehrheit für Brasilien ein. „Im Nachhinein hätten wir auf Frankreich setzen sollen, die spielten das beste Turnier“, räumt Montazeri ein. Göbel entgegnet: „Brasilien hatte das stärkere Team auf dem Papier, aber Frankreichs Teamgeist war entscheidend.“ Dieser interne Dissens bleibt ungelöst.
Fazit: Lehren für die Zukunft
Die WM 2026 zeigte, dass Prognosen im Fußball schwierig sind. „Wir werden unser Ranking-Modell überarbeiten, um taktische und psychologische Faktoren stärker zu gewichten“, kündigen die Autoren an. Für die nächste WM verspricht der SPIEGEL eine noch genauere Analyse – und hofft, dass die Überraschungen dann besser vorhergesagt werden.



