WM als Seelenmassage für zerrissene Welt
WM: Seelenmassage für zerrissene Welt

Globale Trends: Die Fußball-WM als Seelenmassage für eine zerrissene Welt

US-Präsident Donald Trump träumt von einem MAGA-World-Cup. Doch der Fußball lässt sich von Autokraten nicht kontrollieren. Die WM ist die Antithese zum Trumpismus.

Von Torsten Riecke | 11.06.2026 - 17:32 Uhr

Fußballfans aus Mexiko und Südafrika vor dem Eröffnungsspiel der WM im Azteken-Stadion in Mexiko-Stadt. Mehr als fünf Milliarden Zuschauer werden die WM-Spiele am TV verfolgen. Foto: IMAGO/Kyodo News

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London. Der erste Präsident des Weltfußballverbands Fifa, der Franzose Jules Rimet, war ein Veteran des Ersten Weltkriegs. Sein Traum war es, dass der Fußball „zur Versöhnung der Völker“ beitragen und das „Misstrauen und die Rivalitäten“ zwischen Nationen beseitigen könnte.

Der Kontrast zur beginnenden Fußballweltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada könnte größer kaum sein: Kurz nachdem der heutige Fifa-Präsident Gianni Infantino im Dezember 2025 einen neu geschaffenen „Friedenspreis“ an Donald Trump überreichte, startete der US-Präsident einen militärischen Angriff auf Venezuela und den Iran.

Zahlreiche Fans aus afrikanischen Ländern dürfen nicht in die USA einreisen, um die Spiele ihrer Teams zu sehen. Selbst der von der Fifa bestellte Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia wurde nach Hause geschickt.

Die iranische Nationalmannschaft hat aus Sicherheitsgründen ihr Quartier von Arizona nach Mexiko verlegt und darf an Spieltagen nur 24 Stunden in den USA bleiben. Die Tickets für iranische Fans sind nach Angaben des nationalen Verbands von der Fifa für ungültig erklärt worden. Wer kommen darf, zahlt exorbitante Ticketpreise, 1000 Dollar plus, selbst für Vorrundenspiele.

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