Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko war nicht nur sportlich ein XXL-Turnier, sondern auch von zahlreichen Kontroversen begleitet. Der größte Aufreger war zweifellos der Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino, nach dem der eigentlich gesperrte US-Stürmer Folarin Balogun doch noch im Achtelfinale gegen Belgien eingesetzt wurde. Doch das war nicht der einzige Skandal – von verweigerter Einreise für einen Schiedsrichter über umstrittene Trinkpausen bis hin zu einer Neuheit bei Roten Karten reicht die Palette der Diskussionen.
Der Fall Balogun: Trumps Einfluss auf die FIFA
Die Aufhebung der Sperre gegen Folarin Balogun sorgte weltweit für Empörung. Der US-Stürmer war nach einer Roten Karte gegen Bosnien-Herzegowina eigentlich für das Achtelfinale gesperrt gewesen. Doch nach einem Telefonat von US-Präsident Donald Trump mit FIFA-Chef Gianni Infantino hob die FIFA die Sperre auf. Infantino bestätigte das Gespräch, verwies aber auf die Unabhängigkeit der FIFA-Justizorgane. Der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter kommentierte: „Der heutige FIFA-Präsident hat sich Donald Trump unterworfen.“ Auch der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp wetterte als MagentaTV-Experte: „Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel.“
Verweigerte Einreise für Schiedsrichter Omar Artan
Der somalische Schiedsrichter Omar Artan wurde trotz gültigen Visums bei der Einreise in die USA abgewiesen. Die Behörden begründeten dies mit Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation. Immerhin: Artan erhält seine volle Vergütung als WM-Referee. Die UEFA reagierte prompt und setzte Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 für die Leitung des Supercup-Endspiels am 12. August in Salzburg zwischen Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und Europa-League-Gewinner Aston Villa ein.
Trinkpausen: Beliebte Neuerung oder verhasste Unterbrechung?
Die offiziellen Trinkpausen von drei Minuten pro Halbzeit stießen bei den Fans auf wenig Gegenliebe – Pfiffe und Buh-Rufe waren die Regel. Die meisten Trainer jedoch befürworteten die Pausen. Algeriens Coach Vladimir Petkovic sagte: „Es ist wie ein kleiner Timeout und es macht es leichter, den Spielern Anweisungen zu geben.“ Auch Österreichs Trainer Ralf Rangnick und Belgiens Coach Rudi Garcia äußerten sich positiv. Uruguays damaliger Trainer Marcelo Bielsa hingegen kritisierte die Neuerung scharf: „Vier statt zwei Halbzeiten zu spielen, verändert die kulturell geprägte Vorstellung, die man sich vom Fußball gemacht hat. Diese Pausen geben dem Spiel nichts, aber nehmen ihm viel.“
Argentinien-Kontroverse: Bevorzugung des Titelverteidigers?
Argentinien erreichte das Finale, nicht ohne von Verschwörungstheorien begleitet zu werden. Bereits im Auftaktspiel gegen Algerien trat Lionel Messi in der 31. Minute mit der Sohle Richtung Achillessehne von Aïssa Mandi – Schiedsrichter Szymon Marciniak beließ es bei einer Ermahnung. Der deutsche Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich erklärte: „Für mich ist das eine Rote Karte.“ Im Achtelfinale gegen Ägypten (3:2) gab es mehrere strittige Szenen, die zu Toren der Südamerikaner führten. Ägyptens Trainer Hossam Hassan wütete: „Das war ganz klar ein manipuliertes Spiel. Vielleicht wollten sie, dass Messi im Rennen bleibt.“ Schiri-Experte Ittrich räumte ein: „Alle strittigen Entscheidungen sind gegen Ägypten getroffen worden.“ Allerdings waren die Szenen nicht eindeutig, und Schiedsrichter Francois Letexier wurde für seine Leistung gelobt.
Hand vor dem Mund: Iván Barton sorgt für Novum
Der salvadorianische Schiedsrichter Iván Barton sorgte für eine Premiere: Er zeigte Paraguays Miguel Almirón die Rote Karte, weil dieser sich im Disput mit einem türkischen Gegenspieler die Hand vor den Mund gehalten hatte. Die erst vor der WM eingeführte Regel soll rassistische Diskriminierung unterbinden. Bartons Ansage über das Stadionmikrofon wurde zum Meme: „After Review. Number 10. Paraguay. Covered his mouth. Decision is: Red Card!“ Almirón war nach einem Hinweis des Videoschiedsrichters des Feldes verwiesen worden.



