Belgien vor USA-Duell: Zerwürfnis zwischen Courtois und De Bruyne belastet Kabine
Zerwürfnis zwischen Courtois und De Bruyne belastet Belgien

Vor dem entscheidenden Achtelfinale gegen die USA am Dienstag (2.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) im Lumen Field von Seattle wird die belgische Nationalmannschaft von einem internen Konflikt zwischen zwei ihrer größten Stars belastet. Torwart Thibaut Courtois (34) und Mittelfeldspieler Kevin De Bruyne (35) meiden einander seit über einem Jahrzehnt – und das zeigt sich auch auf dem Platz.

Comeback ohne Versöhnung

Als Belgien im Sechzehntelfinale gegen Senegal das bislang eindrucksvollste Comeback dieser WM feierte und mit 3:2 nach Verlängerung gewann, jubelten fast alle Spieler gemeinsam. Nur Courtois und De Bruyne schienen sich selbst in diesem emotionalen Moment gezielt zu meiden. Ein in sozialen Netzwerken kursierendes Video zeigt die beiden Stars, wie sie nach dem Schlusspfiff keinen Kontakt suchen. Courtois wird gegen die USA zum 114. Mal für Belgien im Tor stehen, De Bruyne zum 124. Mal.

Die Ursache: Eine Affäre aus dem Jahr 2013

Der Konflikt zwischen den beiden Routiniers hat seine Wurzeln in einem privaten Vorfall aus dem Jahr 2013. De Bruynes damalige Partnerin Caroline Lijnen hatte eine Affäre mit Courtois, damals noch bei Atlético Madrid unter Vertrag. Lijnen sprach später öffentlich darüber: „Kevin hatte mich enttäuscht, also habe ich gedacht: Warum soll ich das nicht auch mal machen?“, berichtete sie 2014. Seither ist das Verhältnis zwischen Courtois und De Bruyne nachhaltig gestört.

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Private Leben längst getrennt

Die Frau, die damals im Mittelpunkt stand, spielt im Leben beider Profis keine Rolle mehr. De Bruyne ist seit 2017 mit Michèle verheiratet, das Paar hat drei Kinder. Courtois heiratete vor drei Jahren das israelische Topmodel Mishel Gerzig, ein Jahr später kam das erste gemeinsame Kind zur Welt. Dennoch hat sich die persönliche Entfremdung zwischen den beiden Fußballgrößen nie gelegt und wirkt bis heute nach.

Kapitänsfrage als Indiz

Beobachter sehen in dem zerrütteten Verhältnis einen zentralen Grund dafür, dass keiner der beiden über einen längeren Zeitraum Kapitän der Roten Teufel wurde. Nach Vincent Kompany (Kapitän von 2010 bis 2017) übernahm Eden Hazard das Amt, mit einer kurzen Übergangsphase durch De Bruyne. Seit 2023 führt Youri Tielemans (29) die Mannschaft an – ein Spieler, der sowohl auf als auch neben dem Platz als Integrationsfigur gilt.

Disput auch zwischen anderen Spielern

Im Sechzehntelfinale gegen Senegal kam es während der zweiten Trinkpause zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen Tielemans und Offensivspieler Leandro Trossard. Stürmer Romelu Lukaku musste die beiden Streithähne trennen. In der Folge drehte Belgien das Spiel – Tielemans erzielte per Kopf den späten Ausgleich und verwandelte in der 125. Minute einen sehenswerten Elfmeter. Auch Trossard trug maßgeblich zur Wende bei.

Trainer Garcia setzt auf Einheit

Belgiens Trainer Rudi Garcia ist sich der internen Spannungen bewusst und wird vor dem Duell mit den USA alle Spieler benötigen. Denn die Gastgeber werden von rund 70.000 Fans im Stadion unterstützt. „Belgien hat mehr Qualität, aber die USA haben den Heimvorteil. Es ist ein 50:50-Spiel“, analysiert die Presse. Garcia lobte Lukakus vermittelnde Rolle: „Romelu hat versucht, beide zu beruhigen. Ich mag das.“

Lukaku als X-Faktor

Sturmtank Romelu Lukaku (33) entwickelt sich zum X-Faktor des Turniers. Nach einer von Verletzungen geprägten Saison ist er pünktlich zur WM wieder fit. In drei Einsätzen als Joker erzielte er zwei Tore und überzeugte mit seiner physischen Präsenz. Allerdings beginnt meist Charles de Ketelaere an seiner Stelle, der in der ungewohnten Rolle zunehmend abtaucht. Garcia setzt daher weiter auf Lukaku als Einwechselspieler – eine Entscheidung, die sich bislang ausgezahlt hat.

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