Houston – Rekordweltmeister Brasilien will ins WM-Achtelfinale einziehen. Dafür muss in der ersten K.o.-Runde Japan aus dem Weg geräumt werden. Ein Selbstläufer wird das nicht – im Gegenteil. Das zumindest glaubt Seleção-Legende Zico (73).
Zico: „Japan spielt erstklassigen Fußball“
Der geniale Spielmacher aus den 80er-Jahren sagt: „Ich drücke Brasilien die Daumen, denn ich bin in erster Linie Brasilianer. Aber wenn Japan gewinnt, wäre das absolut verdient. Ich bin mir sicher, dass es ein spannendes Spiel wird, denn Japan spielt wirklich erstklassigen Fußball.“
Hintergrund: Zico war nach seiner aktiven Karriere von 2002 bis 2006 Nationaltrainer von Japan. Dort hatte er eine schöne Zeit. Die Menschen in Asien mochten ihn, Zico fühlte sich sehr wohl dort. Mit Japan traf er vor 20 Jahren bei der WM in Deutschland in der Vorrunde auch auf sein Heimatland – eine besondere Partie für Zico.
Emotionale Erinnerungen an das Duell 2006
„Natürlich war das ein emotionales Spiel für mich (1:4; d. Red.). Vor dem Anpfiff sagte ich den japanischen Spielern, dass ich die brasilianische Nationalhymne singen würde, so wie ich sie seit meiner Kindheit kannte. Doch sobald der Ball rollte, war ich voll und ganz auf Japans Seite“, so der frühere Superstar.
Zico machte 71 Länderspiele für Brasilien und erzielte dabei 48 Tore. Nach seiner aktiven Karriere wechselte er auf die Trainerbank und coachte Japan von 2002 bis 2006. In dieser Zeit prägte er die Entwicklung des japanischen Fußballs maßgeblich.
„Die japanische Mannschaft ist konkurrenzfähig“
Zico hat miterlebt – und verfolgt es noch heute – wie sich der Fußball in Japan in den vergangenen Jahren entwickelte. „Die japanische Nationalmannschaft ist deutlich konkurrenzfähiger als früher. Ihre Spieler wechseln nach Europa, um dort zu spielen“, sagt der Brasilianer.
Ein weiteres Indiz für die Stärke der Japaner: Seit ihrer ersten WM-Teilnahme 1998 in Frankreich waren sie bei jedem Globalturnier dabei. Was macht Japan so stark? Die Spieler sind technisch und taktisch gut ausgebildet. Sie haben eine hervorragende Einstellung, kämpfen um jede Chance. Das musste auch der viermalige Weltmeister Deutschland bei der vergangenen Weltmeisterschaft in Katar feststellen. Das Spiel in der Gruppenphase ging 1:2 verloren – es war für die DFB-Elf der Anfang vom Ende.



