Unwetter in Italien: Dutzende vor Schlammlawine gerettet - Chaos nach Hitzewelle
Unwetter in Italien: Dutzende vor Schlammlawine gerettet

Nach einer mehrtägigen Hitzewelle haben schwere Unwetter in mehreren norditalienischen Regionen Chaos angerichtet. Besonders betroffen sind Südtirol, die Lombardei und das Piemont. In der Nähe von Meran mussten 69 Menschen wegen einer Schlammlawine ihre Wohnungen verlassen, fünf Personen wurden leicht verletzt.

69 Menschen in Südtirol evakuiert

Die Rettungsmaßnahmen nahe Meran wurden durch eine zweite Schuttwelle erheblich erschwert. Drei Wohnhäuser sind vorerst unbewohnbar, vier Fahrzeuge wurden zerstört. Die Lage bleibt angespannt, da aus dem Hang weiterhin Geröll nachrutschen kann und für die kommenden Tage weitere Gewitter vorhergesagt sind. Die Feuerwehr arbeitet mit Hochdruck daran, mehrere Hundert Kubikmeter Material zu entfernen, um ein erneutes Abgehen der Geröllmassen zu verhindern.

Touristenattraktion geschlossen

Auch die Gärten von Schloss Trauttmansdorff, eine der wichtigsten touristischen Attraktionen in Meran, mussten geschlossen werden. „Wegen der Aufräumarbeiten nach den schweren Unwettern am Sonntag mussten wir die Gärten schließen. Die Lage ist noch nicht entspannt, weil wir am Montagabend mit weiteren heftigen Niederschlägen rechnen“, sagte Judith Pollinger, Mitarbeiterin der Gärten. Der Ort ist derzeit weder mit dem Auto noch zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

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Chaos in der Lombardei und im Piemont

Heftige Unwetter trafen auch die lombardischen Alpenregionen Valtellina und Valchiavenna. Starkregen, Orkanböen und Hagel führten zu Überschwemmungen, Erdrutschen und umgestürzten Bäumen. Zahlreiche Keller und Garagen liefen voll Wasser, mehrere Straßen mussten gesperrt werden. Der Bahnverkehr wurde unterbrochen, Tausende Reisende erlebten erhebliche Behinderungen. Im Piemont waren vor allem Turin und die Provinzen Turin, Cuneo und Alessandria betroffen. Die Unwetter beendeten einen außergewöhnlich heißen Tag mit Temperaturen bis zu 40 Grad in Alessandria.

Hitzewelle im Süden fordert Todesopfer

Während der Norden unter Unwettern leidet, ächzt Süditalien unter einer starken Hitzewelle. In Rom und Neapel wurden Temperaturen um 40 Grad gemeldet. Ein 75-jähriger Mann starb am Strand von Cala Liberotto auf Sardinien nach einem Schwächeanfall. Ein Südtiroler starb beim Schwimmen in der Adria. Viele Städte bauen ihre Schutzmaßnahmen aus: Kostenlose Schwimmbäder, klimatisierte Bibliotheken und Museen dienen als Klimazufluchtsorte, um hitzebedingte Notfälle zu verhindern.

Rom bereitet sich auf Stromausfälle vor

In Rom wurden an touristischen Brennpunkten Sanitätsstationen eingerichtet, am Kolosseum sorgen Ventilatoren und Vernebelungsanlagen für Abkühlung. Die Stadt bereitet sich mit einem Notfallplan auf mögliche Stromausfälle durch den erhöhten Energieverbrauch vor. In Fiumicino südlich von Rom kam es bereits zu Ausfällen bei der Wasserversorgung.

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