PSD-Banken unter Druck: Verband gibt Eigenständigkeit auf
PSD-Banken geben Verband auf

Der Verband der PSD-Banken gibt seine Eigenständigkeit auf. Die derzeit elf Mitgliedsbanken suchen nach eigenen Angaben einen Fusionspartner. „Dafür werden Gespräche mit genossenschaftlichen Prüfverbänden geführt“, teilte der Verband am Montagvormittag mit. Betroffen sind alle elf Geldhäuser, die zusammen auf eine Bilanzsumme von gut 20 Milliarden Euro kommen.

Gespräche mit mehreren Verbänden

„Wir sprechen mit allen genossenschaftlichen Prüferverbänden, also mit dem Genoverband, den Genossenschaftsverbänden Bayern, Baden-Württemberg und Weser-Ems sowie mit dem Verband der Sparda-Banken“, erklärte der PSD-Verband weiter. Eine Entscheidung solle in den Sommermonaten fallen. Der Branchendienst „Platow Brief“ hatte zuerst darüber berichtet.

Strukturelle Probleme der PSD-Banken

Die Aufgabe des eigenen Verbandes ist ein Zeichen für die angespannte Lage der PSD-Banken. Während viele Geldhäuser seit 2023 wegen gestiegener Zinsen Rekordgewinne schreiben, gerieten mehrere PSD-Banken just in dieser Phase unter Druck. Denn in einem ihrer Kerngeschäftsfelder, der Baufinanzierung, brach das Neugeschäft im Zuge der höheren Zinsen ein. Dabei arbeiten die Banken eng mit Vergleichsplattformen zusammen, müssen für die Vermittlung Provisionen zahlen und sind dem Wettbewerb auf diesem Markt besonders ausgesetzt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Fusionen und gescheiterte Zusammenschlüsse

Es gab zuletzt mehrere Fusionen, auch mit anderen Genossenschaftsbanken, die nicht zum PSD-Sektor gehören. So ist die PSD-Bank Berlin-Brandenburg mit der viel größeren BBBank zusammengegangen, was für große Aufregung in der Gruppe sorgte. Die PSD-Bank Hessen-Thüringen steht kurz vor einem solchen Schritt. Die VR-Bank Rhein-Ahr-Eifel plant die Verschmelzung mit der PSD-Bank Koblenz. Ein Zusammenschluss zwischen der PSD-Bank Rhein-Ruhr und der Sparda-Bank West ist hingegen gescheitert. Die beiden Geldhäuser beendeten die Gespräche vor anderthalb Wochen. Sie hatten im März bekannt gegeben, eine Fusion zu prüfen.

Führungswechsel und Zinsergebnis

Zudem verlässt der bisherige Chef, Philipp Stein, den Verband nach wenigen Monaten wieder. Er hatte den Posten erst im Februar angetreten. Das wichtige Zinsergebnis fiel bei vielen PSD-Banken. Bei einigen Häusern sackte es 2024 sogar regelrecht ab. Die Zahl der Banken wird voraussichtlich noch weiter sinken.

Hintergrund: Von Postbeamten zu Genossenschaftsbanken

Die PSD-Banken waren ursprünglich als Spar- und Darlehenskassen für Postbeamte gegründet worden. Im Zuge der Privatisierung der Bundespost wurden die Geldhäuser in Genossenschaftsbanken umgewandelt. Sie sind Mitglied im Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken, leisten sich aber einen eigenen Verband, der auch als Wirtschaftsprüfer agiert. Mit bundesweit nur gut 40 Filialen agieren die PSD-Banken ähnlich wie Onlinebanken. Hier ist der Wettbewerb angesichts der Konkurrenz von ING, DKB sowie Comdirect allerdings auch besonders groß.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration