Die deutschen Beachhandballer haben bei der Weltmeisterschaft in Zagreb Geschichte geschrieben. Mit einer perfekten Bilanz von neun Siegen in neun Spielen krönten sie sich erstmals zum Weltmeister. Im Finale besiegten sie den Rekordchampion Brasilien souverän mit 2:0. Der Jubel kannte keine Grenzen: Die Mannschaft feierte bis tief in die kroatische Nacht in einem Club in Zagreb.
Kapitän Robin John über die Party und den Erfolg
Kapitän Robin John (34) schilderte gegenüber SPORT BILD die Feierlichkeiten: „Fürs Abendessen im Hotel war es schon zu spät, umso schneller gings zu den Getränken über, die waren dieses Mal kunterbunt. Da war alles dabei, es ging mit kroatischen Shots los. Wir waren froh, dass wir einen verlängerten Zimmer-Checkout hatten und erst um 12 Uhr ausziehen mussten.“ Er ergänzte: „Gefeiert haben alle Mannschaften und Trainer zusammen, fast 500 Leute. Das war wirklich sehr schön.“
Kein Bundesliga-Profi im Team – warum?
Bemerkenswert ist, dass keiner der neuen Weltmeister in der Handball-Bundesliga spielt. John erklärt: „Nicht jeder Bundesliga-Profi wäre automatisch ein guter Beachhandballer. Das ist im gewissen Sinne schon eine andere Sportart. Sicherlich würde der ein oder andere Topstar aus der HBL die Athletik und Ausdauer mitbringen. Aber die Jungs, mit denen ich 2025 Europameister, World-Games-Sieger und jetzt auch Weltmeister geworden bin, haben in den letzten fünf Jahren ein komplettes Sand-Ausbildungs-Programm hinter sich. Alle haben schon mit den Jugendnationalteams im Sand Medaillen geholt, sind auf Sand ausgebildet worden.“
Die Besonderheiten des Beachhandballs
John erläutert die Unterschiede zum Hallenhandball: „Es sind ja nicht nur die Kempa-Tore und Spins (Pirouetten-Wurf) auf die es ankommt, wir dürfen uns quasi keine Fehlwürfe und keine technischen Fehler erlauben. Denn ein Fehler kann bei uns schon das Spiel entscheiden. Beachhandballer müssen noch handlungsschneller sein, Entscheidungen fallen im Sekundentakt. Bei uns spielt die mentale und taktische Fitness eine noch viel größere Rolle.“
Die Gold-Helden im Porträt
John stellt seine Teamkollegen vor:
- Torhüter Moritz Ebert (25), Spitzname Mo, vom Beachverein Sand Devils Minden. In der Halle spielte er zuletzt beim HSC Suhr Aarau (1. Liga Schweiz). Beruf: Finanzberater. Aufgabe im Team: Banner-Wart.
- Torhüter Oliver Middell (30), Spitzname Oli, vom Beachverein 12 Monkeys Köln. In der Halle steht er beim USV Halle in der Regionalliga im Tor. Beruf: Physiklehrer. Aufgabe im Team: Elektrolyte-Wart.
- Defensiv-Spieler Severin Henrich (24), Spitzname Sev, vom Beachverein 12 Monkeys Köln. In der Halle spielt er beim Longericher SC in der 3. Liga. Studiert Medizin. Aufgabe im Team: Zusammen mit Tobias Zeyen die Physiotaschen tragen.
- Defensiv-Spieler Hendrik Prahst (26), vom Beachverein Otternasen Bartenbach. In der Halle half er nach vier Jahren Pause als Kreisläufer für die Oberliga-Mannschaft des Erstliga-Aufsteigers SG BBM Bietigheim aus. Beruf: IT-Support-Consultant bei Porsche. Aufgabe im Team: Musikwart – nach Siegen läuft deutscher Schlager, unter anderem Wolle Petry.
- Defensiv-Spieler Tobias Zeyen (27), Spitzname Klopfer, vom Beachverein 12 Monkeys Köln. In der Halle trainiert er die 2. Frauen in der Verbandsliga beim HSV Bocklemünd. Beruf: Tischler. Aufgabe im Team: Zusammen mit Severin Henrich die Physiotaschen tragen. Braucht immer am meisten Tape.
- Offensiv-Spieler Tim Krauth (24), Spitzname Krauthi, vom Beachverein 12 Monkeys Köln. In der Halle spielt er beim TVS 1907 Baden-Baden (Absteiger in die 4. Liga). Studiert Physiotherapie. Aufgabe im Team: Handtuchwart.
- Offensiv-Spieler Lennart Liebeck (21), Spitzname Licke, vom Beachverein BHC Beach & da Gang Münster. In der Halle spielt er in der 3. Liga bei TSG Münster. Studiert Wirtschaftsingenieurwesen. Aufgabe im Team: Eiswart.
- Offensiv-Spieler Lennart Wörmann (21), Spitzname Berni oder Wurm, vom Beachverein Sand Devils Minden. In der Halle spielt er beim Longericher SC in der 3. Liga. Studiert BWL. Aufgabe im Team: Wasserwart.
- Offensiv-Spieler Lars Zelser (22), Spitzname Zelsi, vom Beachverein BHC Beach & da Gang Münster. In der Halle spielt er in der 3. Liga bei TSG Münster. Studiert BWL. Aufgabe im Team: Bällewart.
- Offensiv-Spieler und Kapitän Robin John (34), Spitzname Robin, vom Beachverein Sand Devils Minden. Früher spielte er in der 2. Liga in Hildesheim, heute ist er Trainer beim TSV Anderten (3. Liga) und half in dieser Saison dreimal aus. Beruf: Lehrer an einer Realschule für Sport, Mathematik und Wirtschaft. Aufgabe im Team: Klamotten- und Kassenwart.



