Alexander Zverev gegen Taylor Fritz: Angstgegner in Wimbledon?
Zverev gegen Fritz: Angstgegner in Wimbledon?

Alexander Zverev trifft im Viertelfinale von Wimbledon auf Taylor Fritz – einen Gegner, gegen den er zuletzt siebenmal nacheinander verloren hat. Die Partie ist für 14.00 Uhr (Prime Video) angesetzt. Der 29-jährige Hamburger steht zum ersten Mal in seiner Karriere im Viertelfinale des Londoner Rasenklassikers. Der Weltranglistenzweite und French-Open-Sieger von 2025 hofft, seine Negativserie gegen den ein Jahr jüngeren Kalifornier zu beenden.

Die Serie der Niederlagen: Analyse von Davis-Cup-Teamchef Kohlmann

Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann erklärte der Deutschen Presse-Agentur, warum Fritz der deutschen Nummer eins so oft Probleme bereitet: „A, er serviert sehr gut. B, er returniert sehr gut. Sprich, er nimmt Sascha ein bisschen vielleicht die Stärke weg, die er gegen viele andere hat, dass er viele freie Punkte bekommt.“ Zudem mache Fritz die Geschwindigkeit in den Bällen von Zverev nichts aus, und er habe wie der Hamburger eine sehr gute Rückhand. „Er nimmt Sascha ein bisschen seine Stärke, dass er das Spiel mit der Rückhand aufbauen kann.“

Die sieben Niederlagen in Serie begannen nach Zverevs Sieg im Viertelfinale von Rom 2024. Zuletzt in Halle hatte Zverev mit seiner Diabetes-Erkrankung zu kämpfen, vor zwei Jahren in Wimbledon war er am Knie verletzt. Dennoch zeigte sich Kohlmann optimistisch: „Wenn ich ein ganzes Match angucke, sehe ich jetzt nichts, was er besser kann als Sascha.“

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Zverevs neues Selbstvertrauen nach dem Paris-Triumph

Zverev selbst gibt sich nach seinem ersten Grand-Slam-Titel in Paris selbstbewusst. „Er war in besserer Form. Er hat besser gespielt als ich“, sagte der Australian-Open-Finalist von 2025 rückblickend über die Begegnungen mit Fritz. Aber nach seinem Viertelfinaleinzug in Wimbledon bekräftigte er: „Ich fühle mich jetzt tatsächlich anders. Ich habe das Gefühl, dass ich besser spiele.“

Fritz präsentierte sich nach seinem unerwarteten Erstrunden-Aus bei den French Open auf Rasen in glänzender Form und erreichte in der Vorbereitung auf Wimbledon die Endspiele in Stuttgart und Halle. Aus Sicht von Kohlmann macht die Serie mental besonders für den Amerikaner einen Unterschied: „Es macht schon was aus, weil er in das Match reingeht und sagt, den habe ich jetzt siebenmal geschlagen, also warum soll ich es nicht das achte Mal machen?“

Psychologische Aspekte: Wie eine Niederlagenserie wirkt

Psychologin Johanna Belz von der Deutschen Sporthochschule Köln erklärte allgemein, wie sich eine Niederlagenserie auf Sportler auswirken kann: „Es kann die Sorge entstehen, nicht das zeigen zu können, was man eigentlich leisten kann. Und diese negativen Erwartungen können zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden.“ Aus Angst, nicht zu gewinnen, trete man weniger mutig, weniger flexibel und vorsichtiger auf, was die Wahrscheinlichkeit für eine Niederlage erhöhe.

Belz empfiehlt: „Man sollte versuchen, die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen.“ Stattdessen solle man sich auf das konzentrieren, was man selbst beeinflussen könne – wie die Taktik oder Aufschlagroutinen. Zudem spricht sie sich für eine bekannte Tennis-Mentalität aus: von Punkt zu Punkt denken.

Das Viertelfinale zwischen Zverev und Fritz verspricht Spannung: Zverev will seine Negativserie brechen, während Fritz auf den achten Sieg in Folge hofft. Die Partie wird live auf Prime Video übertragen.

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