Alexander Zverev: Wimbledon war nicht mein Kindheitstraum
Zverev: Wimbledon erst mit elf Jahren bewusst wahrgenommen

Alexander Zverev (29) steht in Wimbledon erstmals im Halbfinale, doch das berühmteste Tennisturnier der Welt war für ihn als Kind nicht der große Traum. „Es war das einzige Turnier, das ich nicht so richtig kannte. Ich war elf Jahre alt, als ich Wimbledon zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe“, sagte der Hamburger vor seiner Halbfinalpartie am Freitag gegen den britischen Außenseiter Arthur Fery (23, ATP-Nr. 114).

Späte Erinnerungen an Wimbledon

Während andere Profis schon als Kleinkinder von Wimbledon träumten, hatte Zverev zunächst wenig Bezug zu dem Rasenklassiker. „French Open, US Open, Australian Open, daran habe ich viel frühere Erinnerungen als an Wimbledon. Ich bin viel mit meinem Bruder gereist, aber nie hierher. Nach Wimbledon kam ich das erste Mal, als ich bei den Junioren gespielt habe“, erklärte der Deutsche. Seine erste bewusste Erinnerung an Wimbledon sei das legendäre Finale 2008 zwischen Roger Federer und Rafael Nadal gewesen, das Federer in fünf Sätzen gewann. „Da war ich elf. Später dann natürlich das Finale von Sabine Lisicki“, so Zverev.

Kein Wimbledon im Fernsehen

Warum er Wimbledon so spät wahrnahm, kann Zverev nicht genau sagen. „Das weiß ich gar nicht mehr genau. Ich kann mir nur vorstellen, dass ich zu der Zeit dann selbst bei Jugendturnieren gespielt habe. Sonst war ich ja mit Mischa meist mit“, meinte er. Zudem sei Wimbledon im Fernsehen zu Hause in Hamburg nicht zu sehen gewesen. „Ich glaube, Sky fing an, Tennis zu übertragen, das war schade. Es war das einzige Turnier, das dort lief. Und das konnte ich nicht sehen.“

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Historische Chance für Zverev

Nun kann Zverev Geschichte schreiben und als erst dritter Deutscher nach Boris Becker (58) und Michael Stich (57) den Titel an der Church Road gewinnen. Wimbledon sei etwas Besonderes, betonte er. „Das ist schon sehr, sehr besonders. Das ist etwas, wovon man als Sportler immer träumt. Aber auf dem Platz versucht man, im Moment zu bleiben. Ich habe ein wunderschönes Leben, ich liebe das, was ich tue, ich liebe es, Tennis zu spielen. Es ist der Traum eines kleinen Jungen, auf den größten Bühnen der Welt zu stehen. Das hat sich nicht verändert.“

Zverev trifft am Freitag um 14.30 Uhr (live bei Prime) auf den 23-jährigen Briten Arthur Fery, der als Nummer 114 der Welt überraschend ins Halbfinale eingezogen ist. Wimbledon ist bekannt für Außenseitersiege – Boris Becker siegte 1985 als 17-Jähriger, Goran Ivanisevic gewann 2001 mit einer Wildcard. Zverev will dieses Kapitel nun selbst schreiben.

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