Empor Rostock kämpft sich zurück: Handball-Drama um Aufstiegsrelegation spitzt sich zu
In der 3. Handball-Liga Nord-Ost entwickelt sich ein packendes Saisonfinale mit ungewissem Ausgang. Der HC Empor Rostock hat mit einem deutlichen 29:24-Heimsieg gegen den TSV Altenholz seine Position im Rennen um die begehrten Plätze eins und zwei entscheidend gestärkt. Vor fast 800 begeisterten Zuschauern in der Fiete-Reder-Halle zeigten die Blau-Gelben Nervenstärke und kämpferischen Einsatz.
Tabellenlage neu gemischt nach Rostocker Erfolg
Durch den Sieg Empors und den gleichzeitigen 34:32-Erfolg des EHV Aue beim HC Eintracht Hildesheim wurde die Tabellensituation in der Nord-Ost-Staffel komplett neu aufgerollt. Aktuell führt der MTV Braunschweig mit sechs Minuspunkten, gefolgt von Aue (9), Hildesheim und Rostock (je 11) sowie Altenholz (12). Die Karten für die Teilnahme an der Aufstiegs-Relegation zur 2. Handball-Bundesliga werden damit in den verbleibenden Spielen neu gemischt.
Empor-Trainer Michael Jacobsen gab nach dem Spiel ein klares Ziel aus: „Die nun erkämpfte Position wollen wir auch nicht wieder preisgeben.“ Der dänische Coach betonte jedoch, dass es auf dem weiteren Weg noch Verbesserungspotenzial gibt, insbesondere bei der zu hohen Anzahl technischer Fehler und der Wurfquote.
Keeper Leon Mehler als Matchwinner mit 20 Paraden
Der eigentliche Held des Abends war jedoch Empor-Keeper Leon Mehler. Der Torhüter hatte einen absoluten Sahnetag und parierte insgesamt 20 Würfe der Altenholzer „Wölfe“. Damit bügelte er zahlreiche Fehler seiner Vorderleute aus und sicherte seinem Team den wichtigen Heimsieg. Auch TSV-Keeper Philipp Saggau zeigte eine starke Leistung, konnte aber die Niederlage seiner Mannschaft nicht verhindern.
Die Rostocker starteten fulminant in die Partie und führten bereits nach elf Minuten mit 5:0. Erst nach exakt 10:42 Minuten gelang Altenholz der erste Gegentreffer. Gästecoach Torge Greve reagierte darauf mit einer Umstellung vom offensiven 3:2:1-Abwehrsystem auf das klassische 6:0, was die Partie deutlich verhärtete.
Harter Kampf um jeden Zentimeter
Das Spiel entwickelte sich zu einem äußerst physischen Duell, bei dem hart um jeden Zentimeter gerungen wurde. Beide Mannschaften zwangen ihren Kontrahenten zu zahlreichen „Aussetzern“, was sich in den niedrigen Wurfquoten widerspiegelte. Bis zur Halbzeitpause lag die Effektivität Empors bei nur 41 Prozent, die der Altenholzer sogar noch darunter.
Im zweiten Durchgang setzte sich dieses Muster fort. „Der TSV zwang uns immer mehr in Räume, in die wir eigentlich nicht gehen wollten. Zum Glück sind meine Jungs ruhig geblieben, haben Lösungen gesucht und sie auch gefunden“, freute sich Trainer Jacobsen über die mentale Stärke seiner Mannschaft.
Die Rostocker fanden im entscheidenden Moment die besseren Lösungen und zogen vom 19:18 in der 42. Minute über die Zwischenstationen 22:18 (45.) und 24:21 (53.) zum verdienten 29:24-Erfolg. Besonders stark zeigte sich dabei Tim Funke mit acht Treffern, gefolgt von Julian Pratschner mit vier Toren.
Ausblick auf die kommenden Spiele
Der HC Empor Rostock kann nun – vorausgesetzt, er gewinnt am 28. Februar bei den Sportfreunden Söhre – am 8. März im Heimspiel gegen Aue den nächsten wichtigen Schritt in Richtung Aufstiegsrelegation gehen. Die Mannschaft hat sich zurückgekämpft und will die gute Ausgangsposition nicht mehr aus der Hand geben. Das Saisonfinale in der 3. Liga Nord-Ost verspricht weiterhin spannend zu bleiben.



