HSG Nordhorn-Lingen: Lizenz-Skandal? Klub muss zum Rapport bei der HBL
HSG Nordhorn-Lingen: Lizenz-Skandal? Klub muss zum Rapport

Die Handball-Bundesliga (HBL) steht möglicherweise vor einem Lizenz-Skandal. Der Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen, ehemaliger deutscher Vizemeister und Europapokalsieger, steckt in finanziellen Turbulenzen. Nun gibt es Hinweise, dass der Klub bei seinem jüngsten Lizenzantrag die wirtschaftliche Lage beschönigt haben könnte.

Vorwürfe gegen die HSG Nordhorn-Lingen

Erst Ende vergangener Woche hatte der Klub öffentlich bestätigt, dass er sich weiterhin in einer wirtschaftlich herausfordernden Situation befinde. Neue Geschäftsführer Michael Jonker (54), seit 9. Juli im Amt, äußerte sich nun in einem Interview mit den Grafschafter Nachrichten (GN) selbstkritisch. Er gab zu, die Zahlen nicht kritisch genug hinterfragt zu haben. Besonders brisant: Die HSG hatte im Frühjahr für die Saison 2026/27 die Lizenz „ohne Auflagen“ erhalten, wie Jonker betonte. Allerdings räumte er ein, dass im Lizenzantrag Zahlen verwendet wurden, „die in der Realität leider nicht umsetzbar sind“.

Fantasiezahlen oder geplatzte Sponsoren?

Diese Aussagen werfen Fragen auf: Hat der Klub bewusst zu hohe Einnahmen, etwa aus Sponsoring-Verträgen, angegeben? Oder sind Sponsoren nach der Lizenzvergabe kurzfristig abgesprungen? Jonkers Ausführungen haben die HBL auf den Plan gerufen. Nach Informationen von BILD kommt es am Mittwochnachmittag zu einem digitalen Gespräch zwischen den Verantwortlichen aus Nordhorn, HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann und Rolf Nottmeier, Vorsitzender der HBL-Lizenzierungskommission. Ziel ist die Aufklärung des Sachverhalts und die Einsicht genauer Finanzkennzahlen.

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Mögliche Sanktionen und Zukunft des Klubs

Ob es zu Sanktionen gemäß der HBL-Lizenzordnung kommt, ist derzeit offen. Parallel hat Jonker Gespräche mit „führenden Persönlichkeiten in Verwaltung, Politik und Wirtschaft“ angekündigt, um die Zukunft des Klubs zu sichern. Ob diese gesichert werden kann, ist ebenfalls ungewiss. Der Fall Nordhorn zeigt einmal mehr, dass das Lizenzierungsverfahren der HBL möglicherweise weiterer Modifikationen bedarf.

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