Fifa-Boss Infantino kapituliert: WM-Verkauf ist gescheitert
Fifa-Boss Infantino kapituliert: WM-Verkauf ist gescheitert

Der geplante Ausverkauf der Fußball-Weltmeisterschaft ist vom Tisch. Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) hat seine umstrittenen Pläne zum Verkauf von Anteilen an der WM endgültig aufgegeben. Nach massivem Widerstand aus allen Teilen der Fußballwelt erklärte der 56-Jährige in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme: „Der Vorschlag werde nicht weiterverfolgt." Damit kapituliert Infantino vor den Kritikern seines Milliardenprojekts.

Genau dieser Widerstand war es, der das Vorhaben kippte. Insbesondere die Europäische Fußball-Union Uefa hatte mit einem Boykott künftiger Fifa-Turniere gedroht, falls der Verkauf nicht abgeblasen werde. Auch der asiatische und der amerikanische Fußballverband stellten sich gegen die Pläne. Zuvor war bereits Carlos Cordeiro, Chefberater der Fifa, von seinem Posten zurückgetreten – ein Zeichen für das Ausmaß der Krise.

Milliardenprojekt mit Risiken

Hinzu kam: Selbst für potenzielle Investoren wurde das Geschäft zunehmend unattraktiv. Wie die britische Zeitung „Telegraph" berichtet, hatte Infantino einen 15-Milliarden-Pfund-Plan verfolgt, um Anteile an einer neuen Tochtergesellschaft zu veräußern, die künftig für die Vermarktung der Weltmeisterschaft zuständig sein sollte. Doch aus der Sicht der Geldgeber drohte den Plänen ein „Marken-Alptraum", wie die „Sun" anmerkt.

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Internationale Presse: „Demütigende Niederlage"

Die internationale Presse wertet das Scheitern des Projekts einhellig als schwere Schlappe für den Fifa-Boss. Die britische „Daily Mail" spricht von einer „demütigenden Niederlage" und einer „peinlichen Kehrtwende". Der „Guardian" schreibt, das Vorhaben sei „spektakulär gescheitert" – Infantino habe eingeräumt, dass die Pläne „Spaltungen hervorgerufen" hätten, die dem eigentlichen Ziel nicht mehr dienlich seien. Auch der „Telegraph" betont den breiten Widerstand und den Aufruhr in den Fifa-Reihen.

In Spanien fällt das Urteil ähnlich vernichtend aus. „Marca" titelt: „Sein Vorhaben ist gescheitert" – Infantino habe angesichts der Kritik aus aller Welt zurückrudern müssen. Die Zeitung „As" spricht von einem „globalen Rückschlag" und sieht den Fifa-Präsidenten als Verlierer des Machtkampfs: „Die Uefa führte den Widerstand an – und nun hat Infantino den Kampf verloren." „El País" sieht einen Sieg des Fußballs über externe Akteure: „Der Fußball mit seinen Millionen von Fans hat über externe Akteure gesiegt, die Fifa hat verloren."

Auch in der Schweiz, wo die Fifa ihren Sitz hat, wird der Rückzieher mit Erstaunen registriert. Die „Blick" schreibt: „Infantino kuscht nach Aufstand." Es ist ein seltener Rückzieher für den Walliser, der in den vergangenen Jahren seine Vorhaben meist ohne größeren Widerstand durchsetzen konnte. In Frankreich kommentiert „L'Equipe", dass Infantinos Position seit seiner Wahl im Jahr 2016 noch nie so stark erschüttert worden sei. Der Weltverband stecke nun in einer Krise; die harte Linie der Uefa habe die Führung des Weltfußballs destabilisiert. „Le Parisien" ergänzt, dass Infantino wegen des massiven Drucks seinen Plan aufgegeben habe.

Aus italienischer Sicht hat „die Vernunft gesiegt", wie die „Gazzetta dello Sport" schreibt. Das Blatt nennt das Projekt offiziell „Fifa Forward Enterprise" und bestätigt, dass es auf Eis gelegt wurde. Die „Corriere della Sera" führt die Kehrtwende auf die Boykottdrohung der Uefa sowie den entschiedenen Widerstand der asiatischen und amerikanischen Fußballverbände zurück. In Österreich kommentiert die „Krone" kurz und bündig: „Infantino knickt ein." Eine abrupte Kehrtwende, die zeigt: Der Druck auf den Fifa-Präsidenten war so groß wie nie zuvor.

Ausblick: Fifa vor Vertrauenskrise

Die Folgen für die Fifa sind noch nicht abzusehen. Sicher ist: Das Ansehen des Weltverbands hat durch den gescheiterten Anlauf weiter gelitten. Die Kritik an Infantinos Führungsstil dürfte nicht verstummen, auch wenn er nun versucht, den Fußball wieder zu einen. Ob ihm das gelingt, wird sich zeigen – der Vertrauensverlust bei vielen Mitgliedsverbänden ist tief.

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