FIFA-Präsident Infantino verwirft WM-Anteilsverkauf
FIFA-Präsident Infantino verwirft WM-Anteilsverkauf

Der Druck auf Gianni Infantino ist so groß geworden, dass der FIFA-Präsident seinen umstrittenen Plan zum Verkauf von WM-Anteilen nicht länger verfolgt. Wie der Weltverband am Samstag mitteilte, werde man keine Anteile an das Geschäft mit der Weltmeisterschaft an externe Investoren verkaufen. „Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die – unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen“, hieß es in einer offiziellen Erklärung.

Es ist eine spektakuläre Kehrtwende: Insbesondere die Europäische Fußball-Union Uefa hatte gegenüber den Plänen eine harte Haltung eingenommen und sogar mit einem Boykott der Weltmeisterschaft gedroht. Auch innerhalb der FIFA wuchs der Widerstand. Carlos Cordeiro, einer der ranghöchsten Berater Infantinos, war bereits zurückgetreten.

Hintergrund: Was den Zorn auslöste

Die FIFA hatte beabsichtigt, einen Teil der Einnahmen aus künftigen Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen. Diese sollten im Gegenzug Kapital in die Kassen des Weltverbands spülen. Kritiker warnten jedoch vor einem Ausverkauf des Fußballs und einer zunehmenden Kommerzialisierung. Befürchtet wurde, dass finanzstarke Geldgeber künftig Einfluss auf Spielpläne, Vergabeverfahren und Reformen nehmen könnten. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis Infantinos abwegige Idee scheitern würde“, kommentierte später die spanische Sportzeitung As.

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Nachdem der Widerstand immer lauter wurde, blieb Infantino nur noch der Rückzug. Der Beschluss, das Projekt zu beenden, fiel offenbar nach intensiven Beratungen. Die Mitteilung der FIFA betont, dass man sich alle Standpunkte angehört habe – eine Formulierung, die in den Medien als Eingeständnis der Niederlage gewertet wird.

Britische Blätter: Demütigung für den FIFA-Chef

In Großbritannien ist die Schadenfreude groß. Die Daily Mail spricht von einer „peinlichen Kehrtwende“: „Der unter Druck stehende Chef hat eine demütigende Niederlage erlitten.“ Der Guardian sieht das Vorhaben „spektakulär gescheitert“. Und die Times weist auf die inneren Verwerfungen hin: „Gianni Infantino verwirft den Verkaufsplan, doch die Revolte innerhalb der Fifa lässt ernsthafte Zweifel an seinem Verbleib im Amt aufkommen.“

Spanien: „Totale Niederlage für Infantino“

Die spanische Presse kommentiert das Scheitern besonders deutlich. Marca titelt: „Totale Niederlage für Infantino.“ Die El País sieht einen Triumph des Fußballs: „Der Fußball mit seinen Millionen von Fans hat über externe Akteure gesiegt, die Fifa hat verloren.“ Die As ergänzt: „Ein globaler Rückschlag für den Fifa-Präsidenten.“ Die Zeitung verweist darauf, dass die Uefa den Widerstand anführte und Infantino den Kampf verloren habe.

Frankreich und Italien: Krise und Erleichterung

Die französische L'Equipe sieht den Weltverband in einer tiefen Krise: „Seit seiner Wahl zum Präsidenten des Fußball-Weltverbandes im Jahr 2016 ist Infantinos Position noch nie so stark erschüttert worden. Der Verband steckt nun in einer Krise.“ Die harte Linie der Uefa – die Boykottdrohung – habe die Führung des Weltfußballs destabilisiert.

In Italien zeigt sich die Gazzetta dello Sport erleichtert: „Schluss jetzt! Die Vernunft hat gesiegt. Dieses Projekt hatte in den letzten Stunden die halbe Welt empört.“

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Wie geht es weiter für Infantino?

Ein Rücktritt Infantinos steht derzeit nicht zur Debatte, doch seine Autorität ist nachhaltig beschädigt. Die internationale Presse ist sich einig, dass der FIFA-Präsident geschwächt aus der Affäre hervorgeht. Die Boykottdrohung der Uefa und der wachsende Widerstand innerhalb der FIFA haben gezeigt, dass Infantino nicht unumschränkt regieren kann. Das Projekt, Anteile an der WM an private Investoren zu verkaufen, ist vom Tisch. Ob Infantino das Amt langfristig behalten kann, wird auch davon abhängen, ob es ihm gelingt, das Vertrauen der Mitgliedsverbände zurückzugewinnen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die „totale Niederlage“ für den FIFA-Präsidenten nur eine Episode bleibt oder den Anfang vom Ende seiner Amtszeit markiert.