Nick Kyrgios (31) ist zurück auf der großen Tennisbühne. Der einstige Rüpel der Szene feierte bei den Boss Open in Stuttgart ein überraschendes Comeback. Der Australier besiegte in der ersten Runde den Franzosen Corentin Moutet (27) klar mit 6:3, 6:4. Es war erst sein zweites Match im Jahr 2026. Zuvor war er im Januar in Brisbane gegen Aleksandar Kovacevic ausgeschieden.
Ein emotionaler Sieg
Nach dem Match zeigte sich Kyrgios sichtlich bewegt. „Ich hatte viele Operationen und bin unheimlich glücklich, wieder auf dem Platz zu stehen. Ich möchte wieder gutes Tennis zeigen. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung und wie mein Körper reagiert hat. Ich habe hart dafür gearbeitet“, sagte der 31-Jährige, der aktuell nicht in der Weltrangliste geführt wird. Sein letztes ATP-Match bestritt er im März 2025 in Miami, wo er gegen Karen Khachanov verlor. Seitdem hat er null Punkte gesammelt.
Vom Rüpel zum friedlichen Kämpfer
Einst war Kyrgios die Nummer 13 der Welt. Sein Image als Tennis-Rüpel will er nun ablegen. Nach mehreren Knieoperationen und einer Handgelenksoperation kämpft er sich zurück. „Selbstvertrauen? Ich weiß nicht, ob ich das schon spüre. Nach der Wiederherstellung meines Handgelenks und vier Knie-OPs muss ich erst sehen, wie ich mich morgen fühle. Ich kämpfe und investiere viel Arbeit“, erklärte er.
Rasen als Heimspiel
Dass Kyrgios ausgerechnet auf Rasen sein Comeback feiert, ist kein Zufall. „Rasen ist der älteste Belag, so begann Tennis. Das ist Tradition. Wenn ich an Rasen denke, denke ich an Roger Federer und Novak Djokovic. Ich bin auf Rasen groß geworden, wir haben viele Plätze in Australien. Hier fühle ich mich wohl“, sagte der Finalist von Wimbledon 2022, der damals gegen Novak Djokovic verlor.
Der Weg in die zweite Runde
Mit dem Sieg über die Nummer 36 der Welt zog Kyrgios in die zweite Runde ein. Dort trifft er auf den Japaner Shō Shimabukuro (28), die Nummer 104 der Welt. Ein weiterer Erfolg könnte das Selbstvertrauen des Australiers weiter stärken.
Zwischen März 2025 und Januar 2026 stand Kyrgios nur einmal auf dem Platz: bei einem Showmatch gegen Aryna Sabalenka, der Nummer eins der Frauen, in Dubai. Dieses Match gewann er. Nun will er sich dauerhaft auf der ATP-Tour etablieren und sein Image als friedlicher Sportsmann festigen.



