Beim internationalen Sportfest in Hof hat der Schwabmünchner Leichtathlet Jonas Schmidt einen Jahrzehnte alten Vereinsrekord gebrochen. Über 400 Meter verbesserte er die seit 1994 bestehende Bestmarke um fast eine Sekunde. Mit seiner Zeit von 48,32 Sekunden unterbot er den alten Rekord von Thomas Mayer, der 1994 bei 49,21 Sekunden gelegen hatte.
Rekordlauf mit Ansage
Schmidt, der für den TSV Schwabmünchen startet, war bereits im Vorfeld zuversichtlich gewesen. „Ich wusste, dass ich in Form bin und die Chance habe, den Rekord zu brechen“, sagte der 21-Jährige nach dem Rennen. Im Ziel blieb er dann deutlich unter der magischen 49-Sekunden-Marke und sorgte damit für ein Ausrufezeichen in der schwäbischen Leichtathletik-Szene.
Die alte Bestzeit hatte immerhin 30 Jahre Bestand gehabt und galt als eine der ältesten Vereinsrekorde des TSV Schwabmünchen. Schmidt trainierte dafür gezielt an seiner Laktattoleranz und seiner Tempohärte, wie sein Trainer Michael Berger erklärte. „Jonas hat in den letzten Monaten enorme Fortschritte gemacht. Der Rekord ist die logische Konsequenz seiner harten Arbeit.“
Qualifikation für Deutsche Meisterschaft
Mit seiner Zeit von 48,32 Sekunden erfüllte Schmidt nicht nur die Norm für die Deutsche Meisterschaft, sondern unterbot sie sogar deutlich. Die geforderte Norm lag bei 48,50 Sekunden. Damit gehört er nun zum erweiterten Favoritenkreis für die nationalen Titelkämpfe, die im Sommer in Braunschweig stattfinden.
Der Athlet selbst bleibt bescheiden: „Die Deutsche Meisterschaft ist ein großes Ziel, aber ich will mich nicht unter Druck setzen. Ich nehme es Rennen für Rennen.“ Sein Verein zeigt sich stolz: „Das ist ein historischer Moment für unseren Verein. Wir haben lange auf so einen Lauf gewartet“, sagte Abteilungsleiterin Sabine Weber.
Ein Blick auf die Konkurrenz
In Hof musste sich Schmidt allerdings einem starken Teilnehmerfeld stellen. Der Sieg ging an den Schweizer Sprinter Luca Müller, der mit 47,95 Sekunden die schnellste Zeit des Tages erzielte. Schmidt belegte in seinem Lauf den dritten Platz, was angesichts der internationalen Konkurrenz ein beachtliches Ergebnis ist.
Die Veranstaltung in Hof gilt als eines der traditionsreichsten Leichtathletik-Meetings in Süddeutschland. In diesem Jahr waren Athleten aus sieben Nationen am Start, darunter auch Teilnehmer aus Österreich, Italien und Tschechien. Für Schmidt war es das erste Mal, dass er bei diesem Meeting antrat – und gleich mit einem Vereinsrekord.
Bedeutung für den Verein und die Region
Der Rekord hat auch über den sportlichen Erfolg hinaus Bedeutung. Der TSV Schwabmünchen kann mit einem Athleten auf nationaler Ebene werben und hofft auf mehr Nachwuchs in der Leichtathletik-Abteilung. „Solche Erfolge motivieren die Jugend. Wir haben schon jetzt Anfragen von jungen Leuten, die mit dem Training beginnen wollen“, berichtete Weber.
Die Stadt Schwabmünchen gratulierte dem Sportler öffentlich. Oberbürgermeister Stefan Kerle ließ verlauten: „Wir sind stolz auf Jonas Schmidt. Er ist ein Vorbild für unsere Jugend und zeigt, dass man mit Fleiß und Disziplin Großes erreichen kann.“ Die örtlichen Medien berichteten ausführlich über den Rekordlauf.
Ausblick auf die Saison
Für Schmidt steht nun die Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft im Fokus. Geplant sind weitere Wettkämpfe in den kommenden Wochen, um sich optimal zu präsentieren. Sein Trainer kündigte an, dass man an der Starttechnik und den letzten 100 Metern feilen werde. „Da ist noch Luft nach oben“, so Berger.
Der Vereinsrekord könnte jedoch schon bald wieder Geschichte sein – denn Schmidt hat weitere Ziele. „Ich denke, dass ich noch schneller laufen kann. Die 48,32 Sekunden sind nicht das Ende.“ Mit dieser Einstellung dürfte er in der Leichtathletik-Szene für weitere Schlagzeilen sorgen.



