Der 3000-Meter-Hindernisläufer Karl Bebendorf (30) präsentiert sich gut zwei Monate vor der Leichtathletik-EM in Birmingham (10. bis 16. August) bereits in vielversprechender Form. Beim „Goldenen Oval“ siegte er kürzlich über 2000 Meter Hindernis in einer Weltbestzeit von 5:18,29 Minuten. Ein starkes Ausrufezeichen – und das, obwohl er einen großen Kalorien-Irrtum überwinden musste.
Bebendorf spricht über harte Zeit
„Ich habe schwierige Monate hinter mir. Da ging es ums Nervensystem und um Energiemangel. Dinge, die man nicht greifen kann und die ich noch nie hatte. Plötzlich wog ich sechs Kilogramm mehr und wusste nicht, woher das kam“, verrät der sechsmalige Deutsche Meister aus Dresden. Er wird noch deutlicher: „Dazu habe ich ernährungstechnisch ein bisschen Scheiße gebaut, es bildeten sich Fett-Einlagerungen. Und bei den Rennen bin ich nach 80 Prozent wie gegen eine Wand gelaufen.“
Die Wende dank RB-Leipzig-Expertin
Bebendorf wurde immer langsamer. Die Wende kam Mitte April. Über seinen Mentaltrainer entstand der Kontakt zu Pia Jensen (31). Die frühere Mittelstreckenläuferin arbeitet seit zwei Jahren beim Bundesligisten RB Leipzig als Ernährungsberaterin und schreibt jedem Profi seinen eigenen Essensplan. Jetzt auch für Bebendorf. Mit einer überraschenden Diagnose: „Seit fünf Wochen habe ich jetzt einen neuen Ernährungsplan. So verrückt das klingt: Es hat sich herausgestellt, dass ich sogar unterernährt war.“
RB-Expertin bringt Form zurück
Jensen untersuchte den EM-Dritten von 2024. Ihr Befund: Ihm fehlten genau die Kohlenhydrate, die er im Wettkampf und im Training verbrennt. Die Folge klingt paradox. „Ich habe jetzt so viel gegessen, wie noch nie. Mich morgens, mittags und abends sowas von zugestopft. Und seitdem drei Kilo abgenommen. Pia hat meinen Körper sehr gut wieder hinbekommen“, sagt Bebendorf, der sich dabei noch nicht einmal bei 100 Prozent sieht.
Ziele für die EM in Birmingham
Bebendorf wurde bereits sechsmal Deutscher Meister und holte 2024 EM-Bronze. „Ich komme im Moment noch komplett aus dem Basis- und Grundlagentraining. In diesem Jahr will ich erst da sein, wenn’s drauf ankommt: im August in Birmingham“, sagt er. Sein nächster Formtest: Am kommenden Freitag (12. Juni) startet er beim DSC-Meeting im Dresdner Heinz-Steyer-Stadion über 1500 Meter.



