Neue Mercedes C-Klasse: Elektro-Limousine mit Oberklasse-Komfort
C-Klasse Elektro: Oberklasse-Komfort für Mittelklasse

Die neue Mercedes C-Klasse W520 ist da – und sie stellt die Maßstäbe in der Mittelklasse auf den Kopf. Als erste Limousine trägt sie den monumentalen Kühlergrill mit unzähligen LED-Leuchtsegmenten, der zuvor beim GLC eingeführt wurde. Der W520 ist nicht nur ein Hingucker, sondern bietet Leistungs- und Reichweitendaten, die noch vor wenigen Jahren der Oberklasse vorbehalten waren. Das zivile Topmodell C 400 4Matic kommt zunächst auf den Markt, günstigere Varianten und AMG-Modelle folgen später.

Antrieb und Reichweite: Beeindruckende Werte

Der C 400 4Matic wird von zwei Permanentmagnet-Synchronmotoren angetrieben, die zusammen 489 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment liefern – ein Wert, der selbst den AMG GT 63 mit Achtzylinder in den Schatten stellt. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in vier Sekunden. Trotz einer Leermasse von 2,5 Tonnen ist die Limousine erstaunlich agil. Die Reichweite gibt Mercedes mit 753 Kilometern nach WLTP an. Während eines Testfahrts mit forcierter Fahrweise wurden bei 84 Prozent Ladestand noch über 500 Kilometer angezeigt, was für die meisten Alltagssituationen mehr als ausreichend ist. Der Akku nutzt 94 kWh netto und kann an Schnellladern mit bis zu 330 kW peak laden. Von 10 auf 80 Prozent sollen nur 22 Minuten vergehen – ein Wert, der jedoch von einigen Konkurrenten wie dem Smart #5 oder diversen Xpeng-Modellen unterboten wird. Hier könnte Mercedes nachbessern, denn der AMG GT Viertürer schafft es in neun Minuten – allerdings in einem anderen Segment.

Komfort und Fahrdynamik: S-Klasse-Niveau in der Mittelklasse

Das Fahrwerk der C-Klasse überrascht: Serienmäßig mit variabler Luftfederung und optionaler Hinterachslenkung ausgestattet, bietet der W520 ein extrem bewegliches Paket. Auf einem Testparcours ließ sich das Auto trotz seiner Größe (4,88 Meter Länge, 2,96 Meter Radstand) mit Schmackes bewegen, ohne an Komfort zu verlieren. Die Vorderachse moderiert harte Fahrbahnwellen so geschmeidig, dass sie einer S-Klasse kaum nachsteht. Die optionalen Sitze mit Belüftung und Massage runden den Oberklasse-Eindruck ab. Der Innenraum verfügt über den Hyperscreen – eine durchgehende Anzeigefläche, die optional als „Superscreen“ ohne Unterbrechung erhältlich ist (Aufpreis: 1.487 Euro). Auf dem Monitor können während der Ladezeit Spiele gespielt oder Videos gestreamt werden.

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Preis und Ausstattung: Historischer Vergleich

Der C 400 4Matic ist ab etwa 64.000 bis 67.000 Euro erhältlich, je nach Konfiguration. Ein Blick zurück: Der C 280 von 1993 mit 193 PS kostete mit Optionen, die heute serienmäßig sind, umgerechnet 80.000 Mark – ein damals enormer Betrag. Die neue C-Klasse ist also nicht unverhältnismäßig teuer, sondern bietet für den Preis ein enormes Paket. Allerdings startet Mercedes zunächst mit der stärksten Variante; schwächere, hinterradgetriebene Versionen werden zu Preisen unter 60.000 Euro erwartet. Ein Kritikpunkt: Die Höchstgeschwindigkeit des C 400 liegt bei 210 km/h, während der alte C 280 230 km/h schaffte. Hier könnte Mercedes mit künftigen AMG-Varianten nachlegen.

Fazit: Eine neue Ära für die Mittelklasse

Die neue C-Klasse ist mehr als nur ein Elektroauto – sie definiert die Grenzen zwischen Mittel- und Oberklasse neu. Mit ihrem Komfort, der Reichweite und der Leistung setzt sie Maßstäbe, an denen sich die Konkurrenz messen lassen muss. Wer über den Höchstgeschwindigkeits-Schönheitsfehler hinwegsehen kann, bekommt ein außergewöhnliches Fahrzeug, das im Alltag und auf langen Strecken gleichermaßen überzeugt.

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