Mihambo unterliegt Assani, Ansah trotzt Dopingverdacht
Mihambo verliert, Ansah siegt trotz Dopingermittlungen

Malaika Mihambo hat bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum eine seltene Niederlage hinnehmen müssen. Die Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin landete mit 6,63 Metern nur auf Platz zwei, während ihre Trainingspartnerin Mikaelle Assani mit 6,67 Metern den Titel holte. „Der Wind war nicht auf meiner Seite, aber es ist in Ordnung“, sagte Mihambo. Bei einigen Versuchen mit Gegenwind lief sie durch, weil das Brett zu weit weg war. Im letzten Versuch verschenkte sie beim Absprung 44 Zentimeter.

Assani überrascht sich selbst

Assani, die nach 15-monatiger Verletzungspause zurückkehrte, zeigte sich überwältigt: „Ich bin einfach unglaublich überrascht. Es ist ein großes Geschenk, dass ich nach meiner Pause bei deutschen Meisterschaften starten darf. Mit dem Titel herauszugehen, das war nicht in meinem Kopf.“ Mihambo gratulierte ihrer neuen Trainingspartnerin herzlich und jubelte mit ihr.

Ansah gewinnt trotz Dopingverfahren

Zum Abschluss der Titelkämpfe sicherte sich Owen Ansah auch über 200 Meter den Titel. Der Sprinter siegte in 20,13 Sekunden. Gegen Ansah läuft ein Verfahren der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada), weil er am 9. Juli keine Dopingprobe abgegeben hatte. Ansah erklärte, dass er kurzfristig für das Diamond-League-Rennen in Monaco nachgerückt sei. Ein Kontrolleur habe ihn außerhalb des Proben-Zeitfensters aufgesucht, als er gerade zum Flughafen aufbrechen wollte. „Ich war schon sehr spät dran und konnte so kurzfristig die Probe nicht abgeben, zumal ich kurz zuvor die Toilette besucht hatte. Dies habe ich mit dem Kontrolleur besprochen“, so Ansah. „Es wurde nicht angeboten, dass der Kontrolleur mit zum Flughafen fährt, damit ich dort die Probe abgeben kann. Zudem wurden keinerlei Konsequenzen aufgezeigt. Der Kontrolleur wünschte mir noch viel Glück in Monaco.“ In Monaco sei er dann von der Welt-Antidopingagentur kontrolliert worden. Die Nada prüft nun, ob es sich um einen verweigerten Test handelt, was eine Sperre von bis zu vier Jahren nach sich ziehen könnte. Während des Verfahrens darf Ansah weiter starten.

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Weitere Höhepunkte der Meisterschaft

Hindernisläuferin Gesa Krause wurde zum siebten Mal Deutsche Meisterin und stellte mit 9:24,40 Minuten eine persönliche Bestzeit auf. „Ich war lange nicht mehr so nervös. Ich wollte heute unbedingt gewinnen“, sagte Krause. Über 400 Meter Hürden unterbot Emil Agyekum mit 47,65 Sekunden den Meisterschaftsrekord von Harald Schmid aus dem Jahr 1985 (48,02 Sekunden). „Ich bin super drauf, habe ein neues Level erreicht“, kommentierte Agyekum. Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Mabry gewann mit 19,04 Metern ihren dritten deutschen Titel in Folge. Hammerwerfer Merlin Hummel siegte mit 79,18 Metern. Gina Lückenkemper wurde über 100 Meter Dritte, nachdem sie durch einen Zeckenbiss beeinträchtigt war. Jolina Ernst gewann das Rennen.

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