„Gegen die da oben“ – Linke startet Landtagswahlkampf in MV mit sozialen Forderungen
Linke startet Wahlkampf in MV mit sozialen Forderungen

Mit dem Slogan „Wir treten nach oben“ und der Botschaft „Die Linke hilft gegen die da oben“ hat die Linke in Mecklenburg-Vorpommern ihren Landtagswahlkampf für die Wahl am 20. September 2026 eröffnet. Die Präsentation des zentralen Großflächenplakats fand am innerstädtischen Pfaffenteich in Schwerin statt. Ziel der Partei ist es, sich als Kraft für das Soziale und als Kümmerer-Partei zu profilieren.

Spitzenkandidatin Oldenburg fordert Vermögensteuer

Die Spitzenkandidatin und amtierende Bildungsministerin Simone Oldenburg erklärte, das Plakat illustriere die Forderung nach einer Wiedereinführung der Vermögensteuer in Deutschland. Die Einnahmen sollen bedürftigen Menschen zugutekommen. „Eine unserer Stärken ist das Soziale“, sagte die 57-Jährige. „Und dieses Soziale wollen wir natürlich auch in der Landtagswahl ganz nach vorne bringen.“ Die Linke strebe eine Umverteilung von den Multimillionären an, statt Kürzungen bei Verkäuferinnen, Krankenpflegern oder Alleinerziehenden zu akzeptieren.

Konkrete Hilfsangebote als Markenzeichen

Der Landesvorsitzende Hennis Herbst betonte bei der Vorstellung der Kampagne, dass die Linke nicht nur Forderungen stelle, sondern auch praktische Hilfe anbiete. „Die Linke hilft“ sei eine zentrale Aussage des Wahlkampfs. Dazu gehörten Sozialberatung und Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen. Auf weiteren Plakaten heißt es etwa: „Die Linke hilft gegen Wuchermieten“ oder „Die Linke hilft gegen soziale Kälte“. Damit wolle die Partei ihre Rolle als Anwalt der kleinen Leute unterstreichen.

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Bilanz der Regierungsbeteiligung

Die Linke ist seit 2021 in Mecklenburg-Vorpommern kleiner Koalitionspartner der SPD. Simone Oldenburg, die als Bildungsministerin und Vize-Ministerpräsidentin fungiert, verwies auf Erfolge ihrer Schulpolitik: Fast 1.500 neue Lehrerstellen seien geschaffen worden, der Unterricht in Mathematik, Deutsch und Englisch wurde ausgeweitet, und die Gruppengrößen in Kitas seien gesunken. Dennoch sei noch nicht genug erreicht. „Wir brauchen 300 Millionen Euro jedes Jahr für die Bildung“, forderte Oldenburg.

Herausforderungen im Bildungsbereich

Einen dringenden Handlungsbedarf offenbart die Statistik des Landesamtes: Im vergangenen Jahr verließen 10,4 Prozent aller Schulabgänger die Schule in Mecklenburg-Vorpommern, ohne die Berufsreife erreicht zu haben. Dies ist der höchste Wert innerhalb der letzten zehn Jahre. Die Linke sieht darin eine Bestätigung ihrer Forderung nach mehr Investitionen in die Bildung. Im Wahlkampf will die Partei daher verstärkt auf soziale Gerechtigkeit und praktische Unterstützung setzen.

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