George Russell hat sich mit einem souveränen Sieg beim Großen Preis von Österreich im Kampf um die Formel-1-Weltmeisterschaft zurückgemeldet. Der Brite gewann das Rennen in Spielberg vor Red-Bull-Pilot Max Verstappen und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli im zweiten Mercedes. Es war Russells zweiter Saisonsieg und der siebte Triumph für Mercedes im achten Saisonlauf.
Hitze und Reifenmanagement als Schlüsselfaktoren
Bei extremen Temperaturen von über 34 Grad Lufttemperatur und mehr als 50 Grad im Cockpit war das Reifenmanagement entscheidend. Verstappen kam bereits nach 19 von 71 Runden zum ersten Boxenstopp, während Mercedes zwischenzeitlich beide Fahrer an der Spitze hatte. Ein virtuelles Safety-Car nach dem Ausfall von Carlos Sainz im Williams brachte kurzzeitig Entspannung.
In der Schlussphase kämpfte sich Verstappen näher an Russell heran und übernahm beim zweiten Boxenstopp kurz die Führung. Doch mit der harten Reifenmischung konnte er den Briten nicht mehr überholen. „Es war ein hartes Rennen, aber das Team hat einen fantastischen Job gemacht“, sagte Russell nach dem Rennen.
Antonelli verteidigt WM-Führung
Kimi Antonelli, der erst 19 Jahre alt ist, führt die Gesamtwertung weiter an. Sein Vorsprung auf Russell beträgt nun 40 Punkte. Lewis Hamilton, der von Platz zwei gestartet war, verlor nach starkem Start an Boden und wurde nur Fünfter. Er bemängelte fehlende Leistung und fiel im Rennen zurück.
Der einzige Deutsche im Feld, Nico Hülkenberg, wurde im Audi Zwölfter und blieb erneut ohne Punkte. „Wir hatten heute einfach nicht das Tempo“, sagte Hülkenberg.
Russell profitiert von Verstappens Unfall
Bereits im Qualifying am Samstag hatte Russell für Aufsehen gesorgt. Er sicherte sich die Pole Position, nachdem Verstappen von der Strecke abgekommen war. Die Rennkommissare untersuchten die Situation, konnten Russell jedoch kein Fehlverhalten nachweisen. „Ich habe meine schnellste Runde gefahren, als Verstappen seinen Unfall hatte. Das war hart, aber fair“, so Russell.
Herausforderungen durch extreme Hitze
Der Automobil-Weltverband Fia hatte vor dem Rennen gewarnt, dass es sich um das heißeste Rennen in der 63-jährigen Formel-1-Geschichte Österreichs handeln könnte. Kühlwesten waren erlaubt, doch viele Fahrer verzichteten darauf, da das System als nicht ausgereift galt und im engen Cockpit störte.
Die Temperaturen im Cockpit erreichten über 50 Grad, was die Fahrer an ihre körperlichen Grenzen brachte. „Es war unglaublich heiß, aber man muss einfach konzentriert bleiben“, sagte Verstappen, der trotz der Bedingungen eine starke Aufholjagd zeigte.
Ausblick auf die kommenden Rennen
Mit dem Sieg in Österreich hat Russell seine Titelchancen deutlich verbessert. Mercedes dominiert die Saison bisher mit sieben Siegen in acht Rennen. Die nächsten Rennen finden in Silverstone und Budapest statt, wo die Hitze voraussichtlich eine geringere Rolle spielen wird.
Die Formel-1-Weltmeisterschaft bleibt spannend: Antonelli führt das Klassement an, aber Russell und Verstappen lauern dahinter. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob Mercedes die Dominanz fortsetzen kann oder ob Red Bull und Ferrari aufholen.



