WM-PK: Infantino verteidigt Ticketpreise und lobt Trump-Beziehung
Infantino: WM-Ticketpreise angemessen

Mexiko-Stadt – Klartext von Fifa-Boss Gianni Infantino (56)! Einen Tag vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft am Donnerstag stellte sich der Präsident des Weltverbands den Fragen der Medien. Die Themen: Ticketpreise, die WM-Teilnahme des Iran und die Rolle von US-Präsident Donald Trump. BILD begleitete die Pressekonferenz im ausführlichen Live-Ticker. Hier gibt es alle wichtigen Aussagen zum Nachlesen.

Infantino über Ticketpreise

„Wir haben über 6 Millionen Tickets verkauft, die Anfrage war unglaublich. Da möchte ich allen Fans danken, die ein Ticket gekauft haben, um bei der WM dabei zu sein. Es ist ein tolles Event und eine Once-in-a-Lifetime-Experience. Unser Startpreis, der bei 60 Dollar liegt, ist der niedrigste aller US-Sport-Playoffs. Unser Durchschnittspreis liegt bei unter 500 Dollar und auch das ist weniger als in anderen Playoffs. Auf dem Zweitmarkt werden die Tickets natürlich für höher verkauft. Unsere Ticketpreise sind angemessen. Sie wurden von vielen Experten analysiert und entschieden“, so Infantino.

Beziehung zu Donald Trump

„Ich habe eine großartige Beziehung zu Trump. Ich habe ihn während seiner ersten Amtszeit kennengelernt. Ohne ihn wäre es unmöglich, eine WM in den USA zu organisieren. Man spricht hier über die größte Macht der Welt, weshalb man einige Dinge bedenken muss. Wir konnten alles auf den Tisch legen und alles erklären, das war der Schlüssel für die guten Beziehungen“, erklärte der Fifa-Präsident.

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Was benötigt es für eine erfolgreiche WM?

Infantino: „Wenn wir es schaffen, dass die Menschen für einen Moment ihre Probleme vergessen können, 39 Tage lang – wenn es Gesprächsstoff gibt für Kinder, Eltern, Großeltern. Dann war die WM für mich ein Erfolg. Ich hoffe natürlich, dass wir viele Tore sehen und spannende Spiele. Ich hoffe auch, dass es in den Stadien sicher zugeht.“

Nochmals zu den Ticketpreisen

„Wir haben 130.000 Tickets für je 60 Dollar verkauft und trotzdem keine positiven Nachrichten erhalten. Der Markt ist nun einmal so, wie er ist. In diesem Land ist es legal, Tickets auf dem Zweit- oder Schwarzmarkt zu verkaufen. Wir wollen aber jeden Dollar, den wir einnehmen, dem Fußball zurückgeben. Wir könnten auch alles nur im Pay-TV zeigen und hohe Fernsehgelder kassieren, aber wir wollen jedem Fußballfan die WM zugänglich machen. Wir denken an die, die keine Stimme haben“, betonte Infantino.

Über die Änderungen bei der Hymnen-Zeremonie

Infantino: „Alle Spieler werden auf dem Spielfeld sein. Diese Idee ist entstanden nach einer Unterhaltung, die ich mit Alessandro Del Piero hatte. Er sagte: Wir sind doch alle Teil des Teams. Und da hatte er recht. Wir haben mit anderen Menschen darüber gesprochen. Und alle hielten es für eine gute Idee. Denn alle Spieler sollen diesen emotionalen Moment spüren und erfahren dürfen.“ Hintergrund: Wie die Fifa kurz vor Turnierstart bekanntgab, werden erstmals auch die Ersatzspieler während der Hymnen-Zeremonie auf dem Platz stehen. Zudem stellen sich die Spieler nicht mehr klassisch nebeneinander auf, sondern bilden einen Kreis um ein Banner im Mittelkreis.

Über Probleme bei der Organisation

„Nein, ich bereue gar nichts. In den letzten 30 Jahren habe ich Events organisiert. Dabei bin ich schon immer mit Problemen konfrontiert worden. Ich möchte allen eine Stimme geben, die sonst nicht gehört werden. Ich hoffe immer, dass es keine Probleme gibt. Falls doch, hoffe ich, dass wir sie lösen können“, so Infantino.

Über die Einreiseprobleme

„Wir hoffen, dass die Frauen-WM im Jahr 2035 in England stattfinden wird. Sollte die FIFA dort auch der Regierungen vorschreiben, wer ins Land darf? Die Wahrheit ist: Es gibt Regierungen und es ist nicht leicht, alle Leute ins Land zu lassen. Die Leute sollten uns vertrauen, dass wir an diesen Dingen arbeiten. Wir sollten jetzt froh darüber sein, dass der Iran in den USA spielen darf. Wir versuchen unser Bestes.“

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Über seine WM-Favoriten

Infantino: „Ich glaube, dass diese WM eine der spektakulärsten sein wird. Es ist schwer, vorherzusagen, wer gewinnt. Wir haben die Europäer: Spanien, Frankreich, England, Deutschland, Portugal. Es kann Brasilien, Argentinien sein...“ Weiter sagt er: „Es wird schwierig sein, hier etwas vorherzusagen. Wir haben unterschiedliche Teams, die in drei Ländern spielen. In Mexiko-City sind wir in sehr hoher Höhe, anderswo ist die Hitze enorm. Und der Fußball war noch nie zuvor besser.“

Infantino über Visa-Probleme

„Wir haben viel gehört und gelesen. Wir haben uns um viele Visa gekümmert. Natürlich ist es traurig, was mit Omar, dem Schiedsrichter aus Somalia, passiert ist. Aber wir können nicht alles kontrollieren. Wir versuchen jedoch immer, Lösungen zu finden. Wir müssen jedoch respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind und nicht über Regierungen entscheiden können. Wir wollen die Welt vereinen. Die Leute sollen die Emotionen spüren, die sie als Kinder gefühlt haben.“