Klopp-Verhandlungen mit DFB: Start in New York
Klopp-Verhandlungen mit DFB: Start in New York

Die Verhandlungen zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Jürgen Klopp über die Nachfolge von Julian Nagelsmann als Bundestrainer haben begonnen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Ligapräsident Hans-Joachim Watzke reisten am Freitag von Frankfurt aus mit einem Linienflug nach New York, um dort mit Klopp zu sprechen. Der 56-Jährige hält sich derzeit in den USA als TV-Experte für MagentaTV auf und analysiert die laufende Weltmeisterschaft.

Klopp als Wunschkandidat

Bereits seit dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay wird Klopp als Wunschkandidat des DFB gehandelt. Die Gespräche in New York sollen die letzten Details klären. Anders als bei früheren spektakulären Treffen, etwa mit Kylian Mbappé im Privatjet über Nizza, läuft dieses Treffen weniger geheim ab. Die Vorstellungen und Wünsche beider Seiten sind bereits öffentlich bekannt. Laut dpa geht es vor allem um die Vertragslaufzeit bis zur WM 2030, ein Gehalt, das leicht über dem von Julian Nagelsmann liegt, und weitreichende Freiheiten bei Werbeverträgen und anderen Geschäftsaktivitäten.

Red Bull als möglicher Gewinner

Klopp hat noch einen bis 2029 laufenden Vertrag als Head of Global Soccer bei Red Bull. Die Verhandlungen mit dem Getränkekonzern über eine vorzeitige Auflösung sollen in der kommenden Woche stattfinden. Sollte Klopp seinen Posten aufgeben, könnte Red Bull dennoch profitieren: Er würde als Markenrepräsentant erhalten bleiben, und der DFB übernähme die Gehaltszahlungen. Eine Ablösesumme wäre nicht fällig – eine Win-Win-Win-Situation, wie es in Verhandlungskreisen heißt.

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Kritische Stimmen von Schweinsteiger

Allerdings warnen Experten davor, dass Klopp allein nicht alle Probleme der Nationalmannschaft lösen könne. Bastian Schweinsteiger, ARD-Experte und Weltmeister von 2014, äußerte sich in Foxborough kritisch: „Jürgen Klopp ist für mich so das Pflaster eigentlich jetzt, der die Wunde so heilt. Aber, ob die komplett heilt, das weiß ich nicht.“ Er bezweifelt, dass ein Trainerwechsel allein das Potenzial der Spieler grundlegend verbessern könne. „Da muss man auch schon in den nächsten Jahren mit der Spielergeneration viel arbeiten“, forderte Schweinsteiger.

Hammerprogramm zum Start

Der neue Bundestrainer erwartet ein straffes Programm: Vier Länderspiele innerhalb von zehn Tagen im September und Oktober, wenn die Nationalmannschaft in der Nations League auf die Niederlande, Serbien und zweimal auf Griechenland trifft. Ein derart geballter Start gab es für keinen Bundestrainer zuvor. Klopp selbst hatte in seinen TV-Analysen angedeutet, dass der Job nach mehreren Turnierenttäuschungen mit Risiken behaftet sei. „Trainer können keine Wunder vollbringen, aber mit diesem Material zu arbeiten, muss eine Menge Spaß machen“, sagte er mit Blick auf Frankreichs Sturm um Mbappé.

Eine Einigung wird noch im Juli erwartet. Sollte sie scheitern, wäre das laut dpa ein „Big Bang, ein Fußball-Urknall, den sich keiner leisten kann“.

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