Marie Müller (25) hat bei ihrem ersten Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft ein Tor erzielt und damit die DFB-Frauen zur WM nach Brasilien geschossen. Die Dortmunderin traf beim 2:0-Sieg gegen Norwegen und krönte damit ein Fußball-Märchen, das vor 13 Jahren begann.
Von der TV-Show ins Nationalteam
Als Zwölfjährige trat Müller in der Sendung „Klein gegen groß“ gegen BVB-Legende Lars Ricken an. Mit einer Zahnspange und selbstbewusster Ansage gewann sie das Jonglier-Duell mit 17:8. „Ich habe mehr Ballgefühl als jeder Profispieler“, sagte sie damals. Nun, 13 Jahre später, wurde ihr Traum wahr: Sie spielte für die Nationalmannschaft und traf.
Ihre Familie – Mutter Britta, Vater Frank und die Schwestern Sarah und Laura – verfolgte das Spiel in Köln. „Ich bin aus Dortmund, das ist wie ein Heimspiel in Köln“, sagte Müller nach dem Abpfiff. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, ich bin so viele Menschen um mich herum gar nicht gewöhnt.“
Bundestrainer Wück lobt die Beidfüßigkeit
Christian Wück bestätigt, dass Müller „charakterlich eher die Vorsichtige“ sei, aber auf dem Platz zeige sie Mut und technische Stärke. „Wir wollen Spielerinnen, die mit beiden Füßen auf demselben hohen Niveau spielen können. Dafür ist sie ein Paradebeispiel“, so der Bundestrainer. Müller, die nach 97 Bundesliga-Spielen für Freiburg nun für Portland in den USA spielt, hatte sich im Februar 2025 eine Kreuzbandverletzung zugezogen, kämpfte sich aber zurück.
Ein Traum, der wahr wurde
„Mir hatte eine Freundin gesagt, dass ich ihr damals ins Freundebuch geschrieben hatte, dass ich Nationalspielerin werden möchte“, erzählte Müller. „Jeder hatte vor dem Spiel gesagt, dass ich es genießen soll. Ich war nervös, konnte beim Anpfiff aber alles ausblenden. Der Treffer war das Sahnehäubchen.“ Für Lars Ricken dürfte die TV-Niederlage von einst nun leichter zu verkraften sein.



