Die deutschen Fußballerinnen haben sich vorzeitig für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien qualifiziert. Ein 2:0-Erfolg gegen Norwegen in Köln bescherte dem Team von Bundestrainer Christian Wück die vorzeitige Fahrkarte nach Südamerika. Vor 33.425 begeisterten Zuschauern im Rheinenergiestadion sorgten die Tore von Marie Müller und Carlotta Wamser für Jubel.
Traumdebüt für Marie Müller
Die 25-jährige Müller, die sich Anfang 2025 im DFB-Training einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, feierte eine filmreife Premiere. In der 18. Minute erzielte sie das 1:0 und ließ ihre Vorgeschichte für einen Moment vergessen. „Unglaubliches Gefühl. Ich muss erstmal in die Kabine, einmal runterfahren, alles sacken lassen“, sagte die gebürtige Dortmunderin, die derzeit für den US-Club Portland spielt. Müller trug die Rückennummer sieben, die eigentlich der verletzten Giulia Gwinn vorbehalten ist. „Giuli ist eine tolle Spielerin, ist die Kapitänin, deshalb war es eine Ehre, die sieben heute tragen zu dürfen“, gestand sie schüchtern.
Wamser sorgt für den Glanzmoment
Carlotta Wamser, die in der 27. Minute das 2:0 erzielte, zeigte sich nach dem Spiel erfrischend ehrlich. „Ich habe einfach blind aufs Tor geschossen, war dann ganz gut am Ende“, erklärte sie. Auf die bevorstehende Reise zur WM nach Brasilien freut sie sich besonders: „Da wollte ich eh schon immer mal hin, zwar zum Urlaub machen, aber jetzt natürlich zum Fußballspielen.“ Den späten Abend ließ sie mit einem Döner im Hotel ausklingen – „mit allem“, wie sie verriet.
Druck abgefallen, WM-Ticket gelöst
„Jetzt ist ordentlich Druck abgefallen, wir haben das WM-Ticket gelöst, und das ist alles, was wir wollten“, sagte Wamser. Auch die erfahrene Innenverteidigerin Kathrin Hendrich zeigte sich zufrieden: „Kein Gegentor, tolle Atmosphäre in Köln, wir sind überglücklich.“ Sjoeke Nüsken, die erstmals als Kapitänin die DFB-Elf aufs Feld führte, betonte: „Dass wir es vorzeitig geschafft haben, zeigt auch, was wir wieder einen guten Schritt in diesem Jahr gemacht haben.“
Lob für die Kadertiefe
Bundestrainer Christian Wück lobte die Debütantin Müller: „Sie hat Gott sei Dank einfach das bestätigt, was wir von ihr erwartet haben. Sie fordert Bälle, sie positioniert sich gut, sie hat eine unheimlich gute Technik.“ Der zwölfte Neuling in der Wück-Ära unterstreicht die Breite des Kaders. Auch ohne Stützen wie Giulia Gwinn, Franziska Kett oder Janina Minge funktionierte die Mannschaft. „Wir haben es generell gezeigt, dass viele, die jetzt auch wieder zurück sind, einfach sofort da waren, und das zeichnet die Mannschaft auch aus“, sagte Nüsken.
Fall Laura Freigang trübt die Stimmung
Einziger Wermutstropfen des Abends war der Fall Laura Freigang. Die 44-malige Nationalspielerin von Eintracht Frankfurt, die nicht im aktuellen DFB-Kader steht, soll gegen die Aufenthaltsbestimmungen des Anti-Doping-Gesetzes verstoßen haben. Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) teilte mit, dass Freigang innerhalb von zwölf Monaten dreimal für eine Kontrolle nicht an ihrem angegebenen Ort gewesen sei. Ihr droht eine Sperre von bis zu zwei Jahren. Unter Dopingverdacht steht sie nicht, alle bisherigen Proben seien negativ ausgefallen. Weder Bundestrainer Wück noch der DFB wollten sich nach dem Spiel dazu äußern.



