Sané schießt DFB-Elf zum Sieg bei WM-Generalprobe gegen USA
Sané sorgt für DFB-Sieg gegen USA

Nach dem Schock um den verletzungsbedingten Ausfall von Lennart Karl hat ausgerechnet dessen Ersatz Leroy Sané die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu einem hart erkämpften Sieg bei der WM-Generalprobe geführt. Mit seinem Tor in der 57. Minute sorgte der oft umstrittene Offensivspieler für den moralisch wichtigen 2:1 (1:1)-Erfolg gegen den bedingungslos kämpfenden Turniergastgeber USA und sicherte im heißen Soldier Field von Chicago den neunten Sieg in Serie für die DFB-Auswahl.

Frühe Führung durch Havertz

Kapitän Joshua Kimmich und seine Kollegen bewiesen acht Tage vor dem Turnierauftakt gegen Curaçao viel Widerstandsfähigkeit und kaschierten so auch Anfälligkeiten im Defensivverhalten, die gegen Topteams bei der WM hart bestraft werden. Kai Havertz hatte in der zweiten Minute vor 63.636 Zuschauern in der riesigen Arena am Lake Michigan für einen furiosen Start gesorgt. Nach einer Freistoß-Chip-Flanke von Joshua Kimmich köpfte er unbedrängt von Miles Robinson zur frühen Führung ein. Eine Parallele: Auch für den FC Arsenal hatte der 26-Jährige eine Woche zuvor im Finale der Champions League gegen Paris Saint-Germain früh getroffen.

Ausgleich durch Traumtor

Ohne den nach seiner Muskelverletzung und dem Tränen-Abschied bereits abgereisten WM-Pechvogel Lennart Karl und noch ohne Rekordtorwart Manuel Neuer wurde deutlich, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann nach der Reise ins WM-Quartier in Winston-Salem noch eine arbeitsreiche Woche vor sich hat. Antonee Robinson glich in der 37. Minute per Traumtor aus. Nach einem Eckball von Christian Pulisic und der Kopfballabwehr von Jonathan Tah hämmerte er den Ball volley aus knapp 20 Metern spektakulär hinter Oliver Baumann ins Netz. Diesen Schuss hätte auch Neuer nicht parieren können. Der Jubel von Robinson war ebenso artistisch: Handstandüberschlag mit Salto rückwärts.

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DFB-Elf zeigt Moral

„Das tut weh, hat uns wehgetan, tut uns als Mannschaft weh, weil er ein wichtiger Spieler gewesen wäre“, sagte Nagelsmann vor dem Spiel bei RTL. Aber: Weiter geht's. Die WM ist größer als die Trauer. Dieses Motto gaben Nagelsmann und auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf vor dem Anpfiff aus. Zusammenhalt, Trotzreaktion – so sollte ein Umkehrschub für den Stimmungsdämpfer nach dem Verletzungsaus von Karl erzeugt werden.

In den USA ist immer Showtime: Feuerwerk und zwei Riesenjets als Flugeinlage über der Arena während der Hymnen vor dem Anpfiff waren ein echter Vorgeschmack darauf, wie Soccer im wichtigsten WM-Gastgeberland zelebriert wird. Da passten auch die schwarz-rot-goldenen Rautenshirts der DFB-Elf beim Aufwärmen ins bunte Ambiente.

Druck der USA nach der Pause

Gleich zum Start der zweiten Halbzeit parierte Baumann zweimal gegen den Ex-Schalker Weston McKennie (49.), ein Zeichen des Hoffenheimers, dass auf ihn als Neuer-Backup Verlass ist – unabhängig davon, dass die Fahne des Assistenten dann noch nach oben ging. Felix Nmecha (50.) prüfte kurz darauf US-Keeper Matt Freese per Flachschuss. Ein Freistoß aus ähnlicher Position wie vor dem Havertz-Treffer schoss Sané (55.) noch zentral weit über das Tor. Dafür hätte es nur beim American Football einen Extrapunkt gegeben. Immerhin, jetzt zeigte die DFB-Elf wieder mehr Offensiv-Aktionen.

Sané erlöst die DFB-Elf

Und Sané schlug dann nach Vorarbeit von Musiala und Havertz in der 57. Minute doch noch zu. Baumann rettete kurz vor Schluss bei einem Schuss von Brenden Aaronson den Sieg. Hitzig wurde es in der Nachspielzeit, als Tim Weah David Raum rüde weggrätschte. Die deutsche Mannschaft zeigte Moral und kämpfte sich zum Sieg, der trotz der defensiven Schwächen ein wichtiges Signal für die bevorstehende Weltmeisterschaft ist.

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