Vom Wackelkandidaten zum Matchwinner – und bald zum WM-Star für Deutschland? Lange war unklar, ob Leroy Sané (30) überhaupt an der Weltmeisterschaft teilnehmen würde. Im vergangenen Oktober hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann Sané nicht nominiert und dessen Quote beim neuen Klub Galatasaray kritisiert. Nach einer Auf-und-Ab-Saison in Istanbul galt er auch vor der WM-Nominierung als Wackelkandidat für den Kader. Nach der starken Leistung von Lennart Karl (18) im Test gegen Finnland letzte Woche auf dem rechten Flügel schien klar: Sané ist nur der Top-Joker für die Offensive. Doch dann verletzte sich Karl im Abschlusstraining vor dem USA-Test. Sané rutschte wieder in die Startelf – und nutzte seine Chance!
Sané überzeugt gegen die USA
Viele gefährliche Aktionen auf rechts, viel Dampf und das entscheidende Tor zum 2:1-Sieg mit einem schönen, platzierten Schuss ins untere Eck. Nagelsmann lobte: „Ich bin zufrieden mit ihm, er hat das Tor gemacht. Wir haben mehrere Optionen, um Lenny zu ersetzen. Wir haben auch noch Jamie, wir haben Jamal, der da spielen kann, wir haben Kai. Wir haben uns für Leroy entschieden, weil er sehr gut trainiert hat.“ Jetzt ist Sané plötzlich sogar unsere große WM-Hoffnung! Denn jeder weiß: Wenn Sané gut drauf ist, kann er Weltklasse sein und immer den Unterschied machen.
Sané zeigt neuen Teamgeist
Nach BILD-Informationen tritt Sané auch intern ganz anders auf als bei früheren Turnieren. Er ist superwichtig fürs Teamgefüge, verbreitet gute Laune und ist extrem beliebt. Das zeigte sich auch beim Jubel nach dem Tor, als alle Ersatzspieler Sané bestürmten und ihn feierten. Nagelsmann: „Die Jubeltraube ist ein Zeichen: Ich habe ja schon bei der Nominierung gesagt, dass es schon wichtig ist, dass du Spieler einlädst, von denen du natürlich sportlich überzeugt bist, aber auch weißt, dass sie gut ankommen in der Mannschaft und dass man auch füreinander spielt. Wenn er alles investiert im Training und auch in den Spielen, dann sind die Jungs auch bereit, für ihn alles zu investieren. Ich glaube auch, dass die Mannschaft an sich den Geist hat, gemeinschaftlich jubeln zu wollen.“
Sané hätte sich fürs Turnier auch in den Dienst der Mannschaft gestellt und die Reservisten-Rolle akzeptiert, mit Karl hat er ein Super-Verhältnis. Sané wollte gar nicht die Superstar-Rolle, sondern einfach ein wichtiger Teil der Truppe sein. Das kam in früheren Zeiten oft anders rüber, da wirkte Sané oft etwas teilnahmslos, wurde von vielen Fans für seine Körpersprache kritisiert, hatte viele Durchhänger. Jetzt tritt er offen auf, man sieht ihn oft lachen mit den Teamkollegen, er wirkt aufgeräumt und scheint richtig Bock auf die WM zu haben. Mit guter Laune und Top-Leistungen wie gegen die USA ist Sané plötzlich ein ganz großer Hoffnungsträger für den Weltmeister-Traum!



