Traurige Prognose für deutsche Biathlon-Ikone
Die deutsche Biathletin Franziska Preuß (31) erlebte bei den Olympischen Spielen in Antholz einen rabenschwarzen Tag. In der Damen-Staffel verbaute sie als zweite Läuferin mit einer Strafrunde alle Medaillenchancen, was am Ende nur zum enttäuschenden vierten Platz für das deutsche Team führte. Bereits in vorherigen Rennen hatte die Athletin Edelmetall jeweils beim finalen Schießen verspielt.
„Sie sehnt das Ende herbei“
ARD-Kommentator Christian Dexne (54) äußerte nach dem Rennen eine bedrückende Prognose: „Der Massenstart wird vielleicht das letzte Rennen von Franziska Preuß überhaupt. Ich habe den Eindruck, sie ist schon sehr müde – vor allen Dingen im Kopf. Es wirkt fast so, als sehne sie das Ende herbei.“
Die Enttäuschung stand Preuß nach sowohl dem Verfolgungsrennen als auch der Staffel deutlich ins Gesicht geschrieben. Unmittelbar nach dem Staffel-Drama verließ sie mit gepackter Tasche und Skiern auf dem Rücken fluchtartig das Stadion.
Karriereende früher als geplant?
Preuß hatte ursprünglich angekündigt, ihre Karriere spätestens zum Saisonende zu beenden. Die niederschmetternden Erlebnisse in Antholz könnten sie jedoch zu einem sofortigen Rücktritt direkt nach Olympia bewegen. Dexne erklärte: „Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie noch nach Kontiolahti, nach Otepää und nach Oslo fährt. Möglicherweise fährt sie nur nach Oslo, um da nochmal einen Abschied zu genießen, als eine Art Kompromiss.“
Eine Saison voller Rückschläge
Die aktuelle Saison verläuft für die einstige Gesamtweltcupsiegerin äußerst schwierig. Dexne analysierte die Situation: „Für Franziska Preuß hat es bisher sehr viel Kraft gekostet. Sie ist Gesamtweltcupsiegerin geworden im März. Und dann hatte sie Schulterprobleme, dann ist sie gestürzt, hat sich an der Hand verletzt, musste operiert werden, konnte nicht vernünftig Stehendschießen. Dann kam Corona im Dezember. Und dann musste sie sich wieder rankämpfen. Es hat alles sehr gezehrt an ihr.“
Das Fazit des erfahrenen Kommentators fällt deutlich aus: „Es wirkt auf mich so, als ob sie einfach sehr erschöpft ist.“
Letztes Rennen am Sonntag?
Der für Sonntag geplante Massenstart (14.15 Uhr) könnte somit möglicherweise das letzte Rennen in der großen Karriere von Franziska Preuß darstellen. Die Athletin hatte sich die Option offengehalten, nach Olympia noch die verbleibende Saison zu bestreiten, die Anfang März mit dem Weltcup im finnischen Kontiolahti fortgesetzt wird.
Die Entwicklung wirft die Frage auf, ob die physischen und psychischen Belastungen der vergangenen Monate die einst so erfolgreiche Biathletin zu einem vorzeitigen Karriereende bewegen werden. Die Biathlon-Gemeinschaft blickt mit gemischten Gefühlen auf den möglichen Abschied einer der prägendsten deutschen Sportlerinnen der letzten Jahre.



