Larissa Eifler (27) hat bei der Fecht-Weltmeisterschaft in Hongkong für eine Sensation gesorgt. Die Kölnerin krönte sich mit einem 15:10-Finalsieg gegen die Französin Sara Balzer (31) zur neuen Weltmeisterin im Säbelfechten. Es ist der erste Einzel-WM-Titel für den Deutschen Fechter-Bund (DFeB) seit Peter Joppich 2010 triumphierte. Bei den Frauen liegt das letzte WM-Gold sogar 19 Jahre zurück – Britta Heidemann gewann 2007.
Sensationeller Triumph in Hongkong
Eifler, die im Ranking nur auf Platz 33 geführt wurde, besiegte auf dem Weg zum Titel unter anderem Olympiasiegerin Manon Apithy (30/Frankreich), Olympiazweite Choi Sebin (25/Südkorea) und die zweimalige Weltmeisterin Sugar Katinka Battai (23/Ungarn). Im Finale lag sie zunächst mit 0:5 zurück, kämpfte sich zurück und drehte das Duell.
„Ich bin super glücklich und einfach überwältigt. Ich kann das gar nicht glauben“, sagte die Psychologiestudentin direkt nach dem Wettkampf. „Ich hatte immer das Gefühl, dass ich unterschätzt werde und ich irgendwie mein Potenzial so oft nicht abrufen konnte. Jetzt fühlt es sich nach den vielen Jahren harter Arbeit einfach wie eine großartige Belohnung an.“
Vom Außenseiter zur Weltmeisterin
Die 27-Jährige hatte zuvor eine schwere Zeit hinter sich. Wegen einer Blinddarm-Operation verpasste sie die Olympischen Spiele in Paris, im entscheidenden Qualifikationswettkampf wurde sie Dritte – zu wenig für das Ticket. Anschließend pausierte sie ein halbes Jahr wegen mentaler Probleme. Nun meldete sie sich eindrucksvoll zurück.
Tobias Kirch, Sportdirektor beim Deutschen Fechter-Bund, lobte: „Dass Larissa sehr gut fechten kann, wussten wir schon lange. Wir sind alle sehr stolz auf sie und ihr Trainerteam.“ Verbandspräsident Benjamin Denzer sprach von einem „historischen Erfolg“.
Ein historischer Erfolg für den deutschen Fechtsport
Das deutsche Fechten gehörte seit den 1970er-Jahren zu den Olympischen Medaillenbanken, doch bei den letzten drei Spielen gingen die deutschen Fechterinnen und Fechter leer aus. Eiflers Triumph gibt Hoffnung für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles – es wären ihre ersten Spiele. Mit diesem WM-Gold hat sie ein starkes Ausrufezeichen gesetzt.
Ihr Finalerfolg gegen Balzer, die Nummer 4 der Welt, unterstreicht die Klasse der Kölnerin. Nach dem Sieg riss sie die Arme nach oben und ließ ihrer Freude freien Lauf. „Goooooold!“ schrie sie heraus.
Eifler selbst fühlt sich bestätigt: „Ich habe hart gearbeitet und nie aufgegeben. Jetzt bin ich Weltmeisterin – das ist unglaublich.“



