Zentralrat der Muslime verurteilt CSD-Anschlag in Berlin scharf
Zentralrat der Muslime verurteilt CSD-Anschlag

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat den Anschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin scharf verurteilt. In einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme erklärte der in Köln ansässige Dachverband, dass Angriffe auf Menschen aufgrund ihrer Identität oder Lebensweise die Grundwerte des gesellschaftlichen Zusammenlebens bedrohten. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen Menschen, die diese schreckliche Tat miterleben mussten“, hieß es weiter.

Klare Position gegen Extremismus

Der ZMD äußerte sich besorgt über die mögliche islamistische Motivation der Tat. Sollte sich der Verdacht der Behörden bestätigen, „wäre dies ein weiterer Fall, in dem eine extremistische Ideologie religiöse Bezüge missbraucht, um Hass und Gewalt zu rechtfertigen sowie Menschen gegeneinander aufzubringen“. Der Verband unterstrich, dass der Schutz des menschlichen Lebens zu den grundlegenden Prinzipien des Islam gehöre. „Gewalt gegen Unschuldige findet dort keine Rechtfertigung“, betonte der ZMD.

Die Organisation rief zu Besonnenheit und Zusammenhalt auf. „Niemand darf aufgrund seiner sexuellen Orientierung, seiner geschlechtlichen Identität, seiner Religion, seiner Herkunft oder anderer persönlicher Merkmale Ziel von Gewalt werden“, stellte der ZMD klar. In einer Zeit, in der extremistische Ideologien die Gesellschaft spalten wollten, seien Besonnenheit, Entschlossenheit und eine klare Haltung gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit erforderlich.

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Reaktionen aus der Politik

Der Anschlag ereignete sich am Rande der CSD-Feierlichkeiten in Berlin, bei denen ein Mann mehrere Menschen verletzt haben soll. Die Polizei ermittelt wegen eines möglichen islamistischen Hintergrunds. Politiker aller demokratischen Parteien verurteilten die Tat und sprachen den Opfern ihr Mitgefühl aus. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte, man werde mit aller Härte gegen extremistische Gewalt vorgehen.

Der ZMD ist eine der größten muslimischen Organisationen in Deutschland und vertritt rund 300 Gemeinden. Der Verband hat sich in der Vergangenheit wiederholt gegen Extremismus und für interreligiösen Dialog ausgesprochen. Die aktuelle Stellungnahme reiht sich in diese Linie ein und unterstreicht die Ablehnung von Gewalt im Namen der Religion.

Appell für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Der ZMD rief die gesamte Gesellschaft dazu auf, sich nicht von extremistischen Taten spalten zu lassen. „Gerade in Zeiten, in denen extremistische Ideologien unsere Gesellschaft spalten und Menschen gegeneinander aufbringen wollen, braucht es Besonnenheit, Entschlossenheit, Zusammenhalt und eine klare Haltung gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit“, so der Verband. Man müsse gemeinsam für eine offene und tolerante Gesellschaft eintreten, in der alle Menschen in Frieden leben könnten.

Der Anschlag hat bundesweit Bestürzung ausgelöst. Zahlreiche Organisationen und Verbände haben ihre Solidarität mit der LGBTQ+-Community bekundet. Der ZMD schloss sich diesen Stimmen an und betonte, dass Vielfalt und gegenseitiger Respekt die Basis des Zusammenlebens in Deutschland seien.

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