Olympia-Sensation: Wolfshund Nazgul stürmt Langlaufstadion und wird zum Zielfoto-Star
Ein tierischer Ausreißer hat bei den Olympischen Winterspielen für einen unvergesslichen Moment gesorgt und sich in die Annalen der Sportgeschichte eingeschrieben. Der zweijährige Tschechoslowakische Wolfshund Nazgul schaffte es während der Qualifikation im Team Sprint unerwartet ins Langlaufstadion von Tesero und lieferte dabei eines der kuriosesten Zielfotos aller Zeiten.
Die spektakuläre Flucht des Hundes
Die Schwester des Besitzers, Elisa Varesco, enthüllte gegenüber der „Bild“-Zeitung die erstaunlichen Details der Flucht. „Er ist aus der Wohnung meines Bruders ausgebüxt. Er hat gleich zwei Türen selbst geöffnet und war plötzlich weg“, berichtete Varesco. Während Nazguls Besitzer sich auf dem Weg zum Biathlon-Wettkampf in Antholz befand, suchte seine Schwester den Ausreißer vergeblich im Ort.
Die Familie wohnt direkt an der Olympia-Loipe, doch auf der Strecke vermutete sie den Hund zunächst nicht. „Als wir ihn dann im Fernsehen gesehen haben, waren wir ganz erschrocken“, gestand Varesco. Während des Rennens tauchte das Tier plötzlich auf der Zielgeraden auf und verfolgte die Griechin Konstantina Charalampidou sowie die Kroatin Tena Hadzic bis hinter die Ziellinie.
Die Reaktionen der Athletinnen
Für Charalampidou stellte der ungewöhnliche Mitstreiter kein Problem dar. „Ich bin jetzt berühmt wegen eines Hundes, der über die Ziellinie gelaufen ist, und jetzt wollen alle mich interviewen. Es ist das erste Mal, dass ich überhaupt Interviews gebe“, sagte die Griechin. Sie beschrieb den Vorfall als positiv: „Er hat die Kamera verfolgt, die an der Ziellinie auf- und abfährt. Er war süß und nicht aggressiv, also war alles in Ordnung.“
Nach dem Zieleinlauf stoppte Nazgul und beschnupperte die argentinische Sportlerin Nahiara Díaz Gonzalez, die zu diesem Zeitpunkt bereits im Ziel war. Díaz Gonzalez äußerte sich amüsiert: „Er war superglücklich, als er die Ziellinie überquerte. Ich war so darauf konzentriert, das Rennen zu beenden, dass ich nicht auf den Hund geschaut habe“, sagte sie und fügte hinzu: „Es war einfach eine lustige Erfahrung. Das ist nicht normal. Ich weiß nicht, was er hier gemacht hat.“
Die Bergung des tierischen Stars
Laut „Bild“ hatte FIS-Streckenchef Michel Rainer den Hund nach dem Lauf im Zielbereich eingefangen und aus dem Skistadion gebracht. Doch Nazgul entwischte erneut – diesmal lief er jedoch nicht zurück auf die Strecke, sondern in den Nachbarort. „Wir haben ihn dort dann endlich eingefangen. Nazgul ist manchmal extrem wild, aber auch ein sehr lieber Hund“, erklärte Elisa Varesco.
Die besten Athletinnen aus der ersten Startgruppe, darunter die Oberstdorferin Laura Gimmler, die später im Finale mit Coletta Rydzek Bronze gewann, waren bereits im Ziel, als der Hund die Szene betrat. Der Vorfall wurde von der offiziellen Kamera festgehalten und sorgte für weltweite Schlagzeilen.
Dieser tierische Zwischenfall zeigt, dass bei Olympischen Spielen nicht nur sportliche Höchstleistungen, sondern auch unerwartete Momente für bleibende Erinnerungen sorgen können. Nazgul hat sich mit seinem Auftritt definitiv einen Platz in der olympischen Folklore gesichert.



