Tour de France: Pogacar gewinnt Etappe und holt sich Gelbes Trikot
Pogacar siegt und holt sich Gelbes Trikot

Tadej Pogacar hat die zweite Etappe der Tour de France gewonnen und sich damit das Gelbe Trikot von seinem Rivalen Jonas Vingegaard zurückgeholt. Der slowenische Radprofi setzte sich am Schlussanstieg nach Les Angles im Sprint einer größeren Gruppe durch und verwies Vingegaard auf den zweiten Platz. Für Pogacar war es der 22. Etappensieg bei der Tour de France, den er mit weit ausgebreiteten Armen bejubelte.

Lipowitz überzeugt als Siebter

Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz belegte den siebten Platz mit vier Sekunden Rückstand und liegt auch in der Gesamtwertung auf diesem Rang. „Es war ein super harter Tag, der Start war super schnell. Und ich habe auch ein bisschen mit der Hitze zu kämpfen gehabt. Aber das Team hat einen super Job gemacht mit Eis und Wasser“, sagte Lipowitz der ARD.

Erste Bergetappe mit besonderen Bedingungen

Die Etappe war die erste mit vier Bergwertungen und insgesamt 3.850 Höhenmetern, der zweitlängsten der Rundfahrt. Der letzte Anstieg war jedoch nur 1,7 Kilometer lang. Eine Ausreißergruppe führte das Rennen lange an, von der am Ende nur noch Alex Baudin übrig blieb. Der Franzose wurde rund zwölf Kilometer vor dem Ziel eingeholt, nachdem Pogacars Team die Führungsarbeit im Hauptfeld geleistet hatte.

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Wegen eines Waldbrandes in der Region hatten die Veranstalter und die Behörden Fans aufgerufen, nicht an den letzten Teil der Strecke zu kommen. Die Feuerwehr und andere Einsatzkräfte sollten sich auf die Brandbekämpfung konzentrieren können. Auch die übliche Werbekarawane fuhr nicht. Trotzdem waren zahlreiche Zuschauer an den letzten beiden Anstiegen. Für Anwohner gab es keine Ausgangssperre.

Heißes Rennen mit vielen Attacken

Das Rennen war bei Temperaturen um 30 Grad in den flachen Abschnitten zu Beginn hektisch. Viele Fahrer versuchten, in eine Ausreißergruppe zu kommen, darunter auch der Deutsche Georg Zimmermann. Das Hauptfeld ließ eine große Gruppe um Mads Pedersen ziehen, kontrollierte aber den Abstand. Am Col de Toses gab es erstmals bei dieser Tour einen Anstieg der ersten Kategorie. Norwegen-Fans führten dort die Ruder-Choreo vor, die ihre Landsleute bei der Fußball-WM populär gemacht haben.

Im Anstieg fiel die Gruppe auseinander. Sechs Profis fuhren an der Spitze, Baudin sicherte sich die Punkte. Nils Politt aus Pogacars Team hatte ein Problem am Rad, konnte aber weiterfahren und nutzte die Gelegenheit, um frische Trinkflaschen zu holen.

Waldbrand erschwert Etappe

Die Etappe musste wegen des Waldbrandes angepasst werden. „Wir bitten die Öffentlichkeit, sich weder in der Nähe der Rennstrecke noch am Zielort aufzuhalten“, appellierte Tour-Chef Christian Prudhomme am Vorabend. Er dankte den Menschen, die an die Strecke kommen wollten, „im Voraus für ihr Verständnis und ihre Nachsicht.“ Bei Verstößen drohte eine Geldstrafe. Vereinzelt waren jedoch schon am Vormittag Wohnmobile von Fans an den Straßen und Gruppen in Ortschaften zu sehen.

Fast 4.600 Hektar wurden bereits von dem Feuer erfasst, das in einem schwer zugänglichen Gebirgsmassiv rund 70 Kilometer von Les Angles entfernt ausgebrochen ist. 10.000 Menschen wurden evakuiert. Ein Feuerwehrmann sowie ein Anwohner wurden schwer verletzt. Der Brand wurde durch Wind, große Hitze und eine außergewöhnlich hohe Lufttrockenheit angefacht.

Ausblick auf die vierte Etappe

Auf der vierten Etappe zwischen Carcassonne und Foix (181,9 Kilometer) könnte es eine Chance für Ausreißer oder robuste Sprinter geben. Die Strecke ist hügelig, aber ohne Bergwertungen der beiden höchsten Kategorien. Allerdings müssen sich die Profis auf große Hitze einstellen: Temperaturen über 40 Grad sind möglich.

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