Roglic nach Autounfall: Vuelta-Start in Gefahr
Roglic nach Autounfall: Vuelta-Start in Gefahr

Es ist ein Schock für die Radsport-Welt: Der viermalige Vuelta-Gesamtsieger Primoz Roglic (36) ist von einem Auto angefahren worden. Der Slowene vom deutschen Team Red Bull-Bora-Hansgrohe veröffentlichte auf Instagram ein Foto seines lädierten Oberschenkels, auf dem ein riesiger Bluterguss zu sehen ist. Der Crash passierte bereits vor einigen Tagen, wie der Beitrag aus dem Umfeld des Fahrers vermuten lässt.

Absagen für Clásica San Sebastián und Burgos-Rundfahrt

Wegen der Verletzung wird Roglic weder beim Eintagesrennen Clásica San Sebastián noch bei der Burgos-Rundfahrt an den Start gehen. Das bestätigte sein Rennstall Red Bull-Bora-Hansgrohe gegenüber der Presse. Die beiden Rennen gelten als wichtige Formtest für die Spanien-Rundfahrt, die am 21. August beginnt. Roglic verfolgt jedoch weiterhin ein klares Ziel: „Jetzt ist alles auf die Vuelta ausgerichtet. Wir arbeiten und hoffen, dass sich die Dinge zum Guten wenden“, schrieb der Olympiasieger im Einzelzeitfahren von Tokio.

In seinem emotionalen Post fügte der 36-Jährige hinzu: „Nicht das beste Szenario, aber so ist das Leben.“ Nähere Angaben zum Unfallhergang oder zu möglichen strukturellen Schäden machte der Slowene zunächst nicht. Auf dem Foto ist allerdings deutlich ein ausgedehnter Bluterguss am hinteren Oberschenkel zu erkennen, der auf eine schwere Prellung hindeutet.

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Favoritenrolle bei der Vuelta wackelt

Roglic, der bereits 2019, 2020, 2021 und 2024 die Gesamtwertung der Vuelta a España für sich entschied, gilt auch in diesem Jahr als einer der Top-Favoriten. Der Unfall könnte seine Chancen jedoch schmälern – zumal mit Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar (27) ein übermächtiger Konkurrent ein mögliches Antreten angekündigt hat. Pogacar hatte zuletzt angedeutet, bei der Vuelta starten zu wollen, um als erster Fahrer seit Jahrzehnten das Giro-Tour-Vuelta-Triple zu schaffen.

Hinzu kommt die personelle Situation bei Red Bull-Bora-Hansgrohe: Roglic wird das Team zum Saisonende verlassen. Damit sind die letzten Monate im Trikot des deutschen Rennstalls für ihn besonders wichtig, um sich für künftige Aufgaben zu empfehlen. Sein Teamkollege Florian Lipowitz (25), der als eines der größten Talente gilt, dürfte bei der Vuelta eine unterstützende Rolle einnehmen.

Evenepoel führt Red Bull bei San Sebastián an

Bei der Clásica San Sebastián, die am 5. August ausgetragen wird, muss Red Bull ohne Roglic auskommen. Die Führungsrolle übernimmt Tour-Zweiter Remco Evenepoel (26). Der Belgier geht als Top-Favorit ins Rennen und hofft auf seinen insgesamt vierten Sieg bei diesem Klassiker. Damit wäre er alleiniger Rekordhalter vor dem Spanier Miguel Indurain, der dreimal gewann. Unterstützt wird Evenepoel von Haimar Etxeberria, Emil Herzog, Daniel Martínez, Gianni Moscon, Giulio Pellizzari und dem Vorjahresdritten Maxim Van Gils.

Die Absage von Roglic ist auch für die Vuelta-Organisatoren ein Problem: Der fünffache Grand-Tour-Sieger gehört zu den Zugpferden der Spanien-Rundfahrt. Sein möglicher Start würde der Veranstaltung zusätzliche Aufmerksamkeit bringen, gerade im Duell mit Pogacar. Noch ist unklar, ob Roglic rechtzeitig fit wird. Die nächsten Trainingseinheiten werden zeigen, ob der Bluterguss auskuriert und ob er das Niveau erreicht, das für eine große Landesrundfahrt nötig ist.

Die Radsport-Fans hoffen nun, dass die Verletzung nicht so schwer ist wie befürchtet. Roglic selbst gibt sich kämpferisch. „Wir arbeiten und hoffen, dass sich die Dinge zum Guten wenden“, ließ er verlauten. Seine Reise zur Vuelta ist noch nicht abgesagt – aber die Zeit drängt.

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