Roglic von Auto angefahren: Vuelta-Start in Gefahr?
Roglic von Auto angefahren: Vuelta-Start in Gefahr?

Radprofi Primoz Roglic ist von einem Auto angefahren worden. Der 36 Jahre alte Slowene vom deutschen Team Red Bull-Bora-Hansgrohe muss deshalb beim Eintagesrennen Clásica San Sebastián und bei der Burgos-Rundfahrt passen. Sein großes Ziel bleibt der Start bei der Vuelta a España. Auf Instagram zeigte er ein schmerzhaftes Foto seines lädierten Oberschenkels.

Unfall mit Auto: Bluterguss statt Training

Der Zusammenstoß geschah bereits vor einigen Tagen. Nähere Einzelheiten zum Hergang oder zu möglichen Verletzungen nannte Roglic nicht. Auf dem veröffentlichten Bild ist deutlich ein riesiger Bluterguss am hinteren Oberschenkel zu erkennen. „Nicht das beste Szenario, aber so ist das Leben", kommentierte der Olympiasieger im Einzelzeitfahren von Tokio den Vorfall. Roglic, der Teamkollege von Florian Lipowitz (25), musste das Training vorerst einstellen.

Für Red Bull-Bora-Hansgrohe ist die Absage ein herber Rückschlag. Roglic hätte als Kapitän in San Sebastián starten sollen, ebenso bei der Burgos-Rundfahrt, die als Vorbereitungsrennen für die Spanien-Rundfahrt dient. Nun muss der Rennstall auf andere Karten setzen. Die Verantwortlichen hoffen, dass der Kapitän bis zum Start der Vuelta wieder fit ist.

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„Alles auf die Vuelta ausgerichtet"

Trotz des Rückschlags gibt sich Roglic kämpferisch. „Jetzt ist alles auf die Vuelta ausgerichtet. Wir arbeiten und hoffen, dass sich die Dinge zum Guten wenden", schrieb er im Netz. Die Vuelta a España ist das erklärte Saisonziel des Slowenen. Bereits viermal – 2019, 2020, 2021 und 2024 – gewann er die Gesamtwertung der Spanien-Rundfahrt. Kein Wunder, dass er auch in diesem Jahr als einer der großen Favoriten gehandelt wird.

Allerdings wirft der Unfall seine Vorbereitung zurück. Die Clásica San Sebastián und die Burgos-Rundfahrt sollten dabei helfen, den Feinschliff für die Vuelta zu holen. Ob Roglic rechtzeitig fit wird, ist offen. Auch die Konkurrenz schläft nicht: Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar (27) könnte bei der Spanien-Rundfahrt antreten – was Roglic' Favoritenrolle gefährden würde.

Eine außergewöhnliche Karriere

Der Slowene blickt auf eine außergewöhnliche Laufbahn zurück. Viermal gewann er die Vuelta, dazu kommt Olympiagold im Einzelzeitfahren von Tokio. Mit 36 Jahren zählt er immer noch zu den besten Rundfahrern der Welt. Zum Saisonende wird er das Team von Red Bull-Bora-Hansgrohe verlassen – ein letztes Mal möchte er bei der Vuelta um den Gesamtsieg kämpfen.

Seine Bilanz bei der Spanien-Rundfahrt ist bemerkenswert: 2019, 2020 und 2021 triumphierte er dreimal in Folge, 2024 folgte der vierte Streich. Damit gehört er zu den wenigen Fahrern, die diese Landesrundfahrt mehr als dreimal gewinnen konnten. Ob ihm das auch 2025 gelingt, hängt auch von der Heilung des Oberschenkels ab. Der riesige Bluterguss lässt vermuten, dass der Aufprall heftig war. Die nächsten Tage werden zeigen, ob er wieder aufs Rad steigen kann. Bis zum Start der Vuelta bleiben dem Slowenen noch einige Wochen Zeit.

Red Bull ohne Roglic: Evenepoel führt in San Sebastián

Bei der Clásica San Sebastián muss Red Bull-Bora-Hansgrohe ohne seinen Kapitän auskommen. Als Ersatz führt Tour-Zweiter Remco Evenepoel (26) das Aufgebot an. Der Belgier geht als Top-Favorit ins Rennen und kann mit einem Sieg den alleinigen Rekord aufstellen. Es wäre sein vierter Triumph bei diesem Klassiker.

Evenepoel wird unterstützt von Haimar Etxeberria, Emil Herzog, Daniel Martínez, Gianni Moscon, Giulio Pellizzari und Maxim Van Gils, der im Vorjahr Dritter wurde. Diese Mannschaft soll die Titelambitionen des Belgiers absichern. Für Roglic bleibt die Hoffnung, dass er nach seiner Zwangspause rechtzeitig zur Vuelta zurückkehrt.

Wie geht es weiter?

Die kommenden Tage werden zeigen, ob der Bluterguss auskuriert und das Training wieder aufgenommen werden kann. Die Vuelta beginnt erst in einigen Wochen, was Roglic etwas Zeit gibt. Doch die Unfallfolgen sind unkalkulierbar. Das Team hofft auf eine schnelle Genesung ihres Kapitäns – schließlich soll er bei der Spanien-Rundfahrt um den Gesamtsieg kämpfen. Ob ihm dies gelingt, hängt maßgeblich von der Heilung des Oberschenkels ab.

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Roglic selbst bleibt zuversichtlich. Sein Posting macht deutlich: Der Fokus liegt vollständig auf der Vuelta, und er ist bereit, alles für seinen fünften Gesamtsieg zu geben. Die Konkurrenz ist gewarnt.