Der deutsche Radprofi Florian Lipowitz hat sich bei seinem schweren Sturz auf der 16. Etappe der Tour de France einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Wie sein Team Red Bull am Montag bestätigte, erlitt der 28-Jährige neben der Fraktur an der rechten Schulter mehrere Schürfwunden. Lipowitz war im Zeitfahren der 16. Etappe mit einer ausgezeichneten Zeit unterwegs, als er in einer Kurve die Kontrolle verlor und auf die rechte Schulter prallte.
Teamchef Denk: „Super schade, dass er nicht weitermachen kann“
„Es ist super schade, dass er nicht weitermachen kann. Wir werden ihn nicht nur im Kampf um das Podium, sondern auch als Mensch vermissen“, sagte Teamchef Ralph Denk. Lipowitz hatte in der Gesamtwertung auf dem dritten Platz gelegen und war als wichtiger Helfer von Spitzenreiter Remco Evenepoel eingeplant.
Unklar ist, wie sich die Verletzung auf die weitere Saison auswirken wird. Üblicherweise ist ein Schlüsselbeinbruch nach etwa sechs Wochen verheilt, doch Radprofis kehren mitunter schon drei oder vier Wochen nach der Verletzung ins Renngeschehen zurück. Lipowitz hatte geplant, im September an der Straßenrad-WM in Montreal teilzunehmen.
Evenepoel übernimmt die Führungsrolle
Beim Red-Bull-Team liegen die Hoffnungen nun auf Remco Evenepoel. Der Belgier gewann nicht nur das Zeitfahren, bei dem Lipowitz stürzte, sondern auch die 15. Etappe auf das Plateau de Solaison. Er liegt in der Gesamtwertung auf dem zweiten Platz hinter Tadej Pogačar, mit einem Rückstand von 4 Minuten und 32 Sekunden.
Im Kampf um das Podium muss Evenepoel nun auf Lipowitz verzichten. Die beiden hatten eine Doppelspitze gebildet. „Es ist immer besser, mit zwei Fahrern in der Spitzengruppe zu sein. Wenn man sich die vergangenen Bergetappen anschaut: Wenn noch sieben Fahrer übrig waren, war Florian immer dabei“, sagte Evenepoel. Die Verletzung sei „bitter“ für Lipowitz und das Team.
Ähnliches Schicksal wie Vingegaard
Die gleiche Verletzung wie Lipowitz hatte auch der zweimalige Tour-Sieger Jonas Vingegaard erlitten. Der Däne war auf der 15. Etappe am Sonntag gestürzt und hatte das Rennen ebenfalls aufgeben müssen. Damit haben beide Top-Fahrer das Rennen vorzeitig beendet.
Teamchef Denk bleibt trotz des Rückschlags optimistisch: „Wir werden das Podium nicht herschenken. Es wird sicher noch ein harter Kampf, es kommen noch hohe Berge. Aber wir haben auch einen starken Remco.“



