Tour de France: Pogacar dominiert – Chancen der Favoriten im Check
Tour de France: Pogacar dominiert – Chancen der Favoriten

Tadej Pogacar hat die Tour de France auch nach der ersten Woche fest im Griff. Der slowenische Dominator führt das Gesamtklassement mit einem komfortablen Vorsprung von 2:42 Minuten vor Jonas Vingegaard an. Vor dem ersten Ruhetag sandte Pogacar eine klare Botschaft an die Konkurrenz: „Das Hauptziel ist es doch, das Gelbe Trikot zu behalten, oder? Aber manchmal ist Angriff die beste Verteidigung“, sagte der 27-Jährige. Niemand im Feld erwartet, dass Pogacar auf den verbleibenden Etappen im Zentralmassiv, den Vogesen und den Alpen nur defensiv fahren wird.

Pogacars beeindruckende Dominanz

Der Weltmeister hat das Rennen bisher nach Belieben kontrolliert. Nach einer knappen Niederlage im Teamzeitfahren holte er selbst zwei Etappensiege und überließ einen Sieg seinem Edelhelfer Isaac del Toro. Der beeindruckende Soloritt über den Tourmalet in den Pyrenäen brachte ihm das Gelbe Trikot zurück und demoralisierte seine Kontrahenten. Nur ein schwerer Einbruch, ein Sturz oder eine Krankheit können Pogacar wohl noch um den fünften Toursieg bringen.

Die Verfolger: Vingegaard, Evenepoel und Co.

Jonas Vingegaard (Zweiter, +2:42) ist wie in den Vorjahren der zweitstärkste Fahrer, kann Pogacar aber nicht ernsthaft gefährden. Die Hoffnungen nach dem Mannschaftszeitfahren hielten nur kurz. Auf der Tourmalet-Etappe verlor der Däne viel Zeit und wurde fast von den restlichen Klassement-Fahrern eingeholt. Allerdings liegen ihm die langen, gleichmäßig steilen Anstiege in den Alpen, und er hat bei seinen Toursiegen 2022 und 2023 gezeigt, dass er sich in der dritten Woche steigern kann.

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Remco Evenepoel (Vierter, +3:30) sorgte für einen Aufreger, als er Teamkollegen Florian Lipowitz nach der Pyrenäen-Etappe verbal anging. Lipowitz habe ihm die Hilfe verweigert, mäkelte der Belgier. Das Team versuchte zu glätten, doch die Dynamik zwischen den Co-Kapitänen bleibt spannend. Im Zeitfahren am 21. Juli hofft der Olympiasieger auf einen Etappensieg, ob er auf den Hochgebirgsetappen mit den Besten mithalten kann, ist fraglich.

Paul Seixas (Sechster, +3:55) fährt eine eher unauffällige erste Tour, ist aber hervorragend positioniert. Der 19-jährige Franzose, der im Frühjahr für Furore sorgte, hat noch keine großen Attacken gezeigt. Spannend wird sein, wie der Hoffnungsträger die Strapazen seiner ersten dreiwöchigen Rundfahrt verkraftet.

Lipowitz mit Podiumschancen

Florian Lipowitz (Siebter, +4:00) wirkte vom emotionalen Ausbruch Evenepoels überrascht, gab sich aber locker und versöhnlich. Am Sonntag holte er dem Belgier eine Trinkflasche vom Begleitwagen. „Wir können jetzt nach vorne schauen. Es kommen jetzt mehr härtere Etappen und ich glaube, dann wird es sich langsam selektieren“, sagte der 25-jährige Deutsche, der im Vorjahr Dritter wurde. Er hat erneut gute Chancen auf das Podium. Möglicherweise löst sich die Kapitänsfrage bei Red Bull dann von alleine – am Tourmalet hängte Lipowitz Evenepoel bereits ab.

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