Der japanische Lackhersteller Nippon Paint hat ein Angebot über 7,5 Milliarden Euro für das Dekorfarbengeschäft des niederländischen Rivalen Akzo Nobel vorgelegt. Das bestätigte das Tokioter Unternehmen am Montag in einer Mitteilung. Konkrete Entscheidungen über eine Transaktion seien jedoch noch nicht gefallen.
Aktienkurs gibt nach
Die Aktie von Nippon Paint gab zeitweise um bis zu 3,4 Prozent nach – der stärkste Intraday-Rückgang seit mehr als einem Monat. Das Angebot bewertet die Sparte mit dem Zwölffachen des für 2026 erwarteten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Akzo Nobels Management soll das Gebot bislang weder mit dem Bieter verhandelt noch an die eigenen Aktionäre weiterkommuniziert haben.
Vorheriger Übernahmeversuch gescheitert
Vor einem Monat war ein gemeinsamer Übernahmeversuch von Nippon Paint und dem US-Konkurrenten Sherwin-Williams auf den gesamten niederländischen Hersteller gescheitert. Akzo Nobel hatte zwei Vollkaufangebote abgelehnt und regulatorische Hürden als zu hoch eingestuft.
Der Konzern hält stattdessen an einer im vergangenen November angekündigten Fusion mit dem Beschichtungsspezialisten Axalta Coating Systems fest. Das geplante Gemeinschaftsunternehmen käme auf einen Unternehmenswert von rund 25 Milliarden Dollar; Akzo Nobel würde 55 Prozent halten und die Börsennotierung von Amsterdam nach New York verlagern. Die US-Kartellbehörde FTC prüft den Deal noch.
Dulux-Marke wieder vereint
Sollte Nippon Paint mit dem neuen Angebot Erfolg haben, würde die globale Marke Dulux erstmals wieder in einer Hand vereint. Das Dekorfarbengeschäft erzielt knapp zwei Drittel seines Umsatzes in Europa.
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