Florian Lipowitz hat die Tour de France auf dramatische Weise beenden müssen. Der 25-jährige Schwede stürzte beim Einzelzeitfahren der 16. Etappe schwer und musste acht Kilometer vor dem Ziel in den Krankenwagen steigen. Er hielt sich dabei den Arm, die genaue Diagnose stand zunächst aus.
Evenepoel gewinnt Zeitfahren – Lipowitz stürzt
„Ich habe gehört, dass Florian gestürzt ist. Das gibt dem ganzen einen faden Beigeschmack. Ich wünsche ihm gute Besserung“, sagte der spätere Etappensieger und Lipowitz-Teamkollege Remco Evenepoel. Der Belgier war auf den 26,1 Kilometern nach Thonon-les-Bains 28 Sekunden schneller als der Gesamtführende Tadej Pogacar. Für Evenepoel war es der zweite Etappensieg bei dieser Tour.
In der Gesamtwertung führt Pogacar weiter souverän mit 4:32 Minuten Vorsprung vor Evenepoel. Dritter ist der Mexikaner Isaac del Toro, der 6:51 Minuten zurückliegt. Lipowitz war nach dem Aus des Dänen Jonas Vingegaard der zweite Podiumsfavorit, der die Tour vorzeitig verlassen musste. Der Schwabe war im Vorjahr noch sensationell Dritter der Frankreich-Rundfahrt geworden.
Nächtliche Dopingkontrollen bei Red Bull
Die Nacht vor der Etappe begann für Evenepoel und Lipowitz ungewöhnlich: Dopingkontrolleure kamen gegen 22.00 Uhr und testeten alle acht Fahrer des Red-Bull-Teams. „Es ist noch im Rahmen. Ich war 22.30 Uhr dran. Das ist besser als 2 Uhr nachts. Sie waren mit drei, vier Mann vor Ort. Das ging recht zackig, sie haben das professionell gemacht“, sagte Teamkollege Nico Denz der ARD. Anders als bei den umstrittenen Nachtkontrollen von Pogacar (um 5 Uhr) und Vingegaard (um 2 Uhr) handelte es sich hier um eine Kontrolle zu einer akzeptablen Uhrzeit.
Pogacar-Teamkollege stößt mit Auto zusammen
Vor dem Start der Etappe erlebte Brandon McNulty, Teamkollege von Pogacar und dem Kölner Nils Politt, einen unangenehmen Zwischenfall. Der US-Amerikaner stieß mit einem Autofahrer zusammen. Teamchef Mauro Gianetti berichtete bei Eurosport: „Der Fahrer sei wütend hinter ihm gewesen. Er überholte Brandon, stoppte das Auto. Und dann stieß Brandon leider mit dem Auto zusammen.“ Gianetti betonte jedoch, es sei „nichts so Großes“ gewesen und alles sei gut.
Sprintchance am Mittwoch?
Nach drei Etappen, die von den Starrennfahrern dominiert wurden, könnten am Mittwoch auf der 174,7 Kilometer langen, flachen Etappe zwischen Chambery und Voiron die Sprinter noch einmal eine Chance bekommen. Leichte Anstiege zu Beginn könnten jedoch auch Ausreißern zum Sieg verhelfen. Ein Massensprint ist nicht ausgeschlossen.



