Synchron-Turmspringen: Pfeif/Wassen gewinnen EM-Silber
Pfeif/Wassen holen EM-Silber vom Turm

Der zweite Wettkampftag der Schwimm-Europameisterschaften in Paris hat den deutschen Wasserspringern die erste Medaille dieser Titelkämpfe beschert. Pauline Pfeif und Elena Wassen, die für Berlin an den Start gehen, holten im Synchronspringen vom 10-Meter-Turm Silber. Mit insgesamt 298,20 Punkten mussten sie sich nur den britischen Favoritinnen Maisie Bond und Lois Toulson geschlagen geben, die mit 300,06 Punkten Europameisterinnen wurden. Der Abstand betrug lediglich 1,86 Zähler. Die Bronzemedaille sicherten sich die ukrainischen Athletinnen Xeniia Bailo und Sofiia Vysttavkina, die mit 286,20 Punkten Dritte wurden.

Fehlerfreier Auftritt nach verpatztem Start

Das deutsche Duo zeigte sich vom ersten Sprung an in bestechender Form. Fehlerfrei blieben die beiden über alle fünf Durchgänge hinweg und meisterten insbesondere den schwierigsten dritten Sprung mit Bravour. Diese Konstanz war außer den Berlinerinnen nur den neuen Europameisterinnen aus Großbritannien gelungen. Damit reagierten Pfeif und Wassen eindrucksvoll auf den enttäuschenden Auftakt des deutschen Teams im Mixed-Wettbewerb, der am Vortag nicht wie erhofft verlaufen war. Die Nervosität, die beim ersten Auftritt noch im deutschen Lager zu spüren war, war diesmal wie weggeblasen.

„Wir sind super happy über Silber. Natürlich ärgert man sich ein wenig, wenn man nur knapp zwei Punkte Rückstand hat“, sagte Pauline Pfeif nach dem Wettkampf. Ihre Partnerin Elena Wassen, die im Vorjahr verletzt pausieren musste, ergänzte: „Ich wollte unbedingt eine EM-Medaille.“ Für Elena Wassen ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Die Freude über den ersten gemeinsamen Medaillengewinn überwog am Ende die leichte Enttäuschung über die knapp verpasste Goldmedaille.

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Zwei Karrierewege, ein gemeinsames Ziel

Elena Wassen hat eine schwierige Phase hinter sich. Die Verletzungspause im vergangenen Jahr hatte sie weit zurückgeworfen, doch sie kämpfte sich mit viel Fleiß zurück. Die Silbermedaille ist der Lohn für ihre Geduld und viele Stunden im Training. Ihre Partnerin Pauline Pfeif brachte derweil die Routine und internationale Erfahrung ein. Diese Mischung aus Abgeklärtheit und Ehrgeiz machte das Duo stark. Im Synchronspringen zählt jede Bewegung, die Synchronität ist entscheidend. Das Berliner Team überzeugte mit präzisen Anläufen, sauberen Drehungen und kontrollierten Eintauchwinkeln. Dass die Entscheidung um weniger als zwei Punkte fiel, zeigt, wie eng das Rennen auf europäischem Niveau ist.

Für das deutsche Wasserspringen ist dieser Erfolg besonders wertvoll, weil er zeigt, dass die Arbeit der letzten Monate Früchte trägt. Die Mischung aus einer erfahrenen Athletin und einer wiedererstarkten Springerin hat funktioniert. Beide haben bewiesen, dass sie auch unter dem Druck eines internationalen Finales ihre Leistung abrufen können. Das wird auch für die zukünftigen Mannschaftsentscheidungen des DSV von Bedeutung sein.

Ein wichtiges Signal für den Deutschen Schwimm-Verband

Für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) ist die Silbermedaille ein Befreiungsschlag. Nach dem verpatzten Auftakt am ersten EM-Tag stand die Mannschaft unter Druck. Doch der zweite Wettkampftag brachte die erhoffte Wende. Die Auszeichnung von Pfeif und Wassen ist nicht nur die erste Medaille bei diesen Europameisterschaften, sondern auch ein Beleg für die Leistungsstärke des deutschen Wasserspringens. Das Team kann mit neuer Zuversicht in die weiteren Wettbewerbe gehen.

Die Konkurrenz in Paris ist stark, doch das deutsche Duo hat sich als feste Größe im europäischen Vergleich etabliert. Mit Blick auf die kommenden Herausforderungen, einschließlich der Olympischen Spiele, ist dieser Erfolg ein wichtiges Signal. Die Silbermedaille vom Turm wird dem DSV zusätzlichen Auftrieb geben und die Entwicklungsarbeit im Nachwuchsbereich bestätigen. Für Pfeif und Wassen selbst ist der Titelkampf von Paris eine Motivation, weiterhin an der Spitze mitzumischen.

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