Florian Wellbrock hat bei der Europameisterschaft in Paris auch das Freiwasserrennen über die halbe Distanz gewonnen. Einen Tag nach seinem Triumph über zehn Kilometer schlug der Vierfach-Weltmeister am Mittwoch nach 55:40,2 Minuten als Erster an. Damit sicherte sich der 28-Jährige sein zweites Gold bei diesen Titelkämpfen in der Seine.
Wellbrock dominiert das Rennen von Beginn an
Der Magdeburger ließ wie schon am Vortag den Ungarn David Betlehem (55:42,6) und den italienischen Titelverteidiger Gregorio Paltrinieri (55:44,7) hinter sich. Wellbrock musste zunächst seinem Trainingskollegen Oliver Klemet folgen, der sich an die Spitze gesetzt hatte. Doch schon in der ersten von vier Runden übernahm der 28-Jährige die Führung und verteidigte diese trotz mehrerer Angriffe der Konkurrenz bis ins Ziel.
Klemet, der zum Auftakt über die olympische Distanz Dritter geworden war, fiel diesmal zurück und kam als Zehnter mit einer Zeit von 56:34,0 Minuten ins Ziel. Damit verpasste der 27-Jährige eine erneute Medaille, zeigte aber dennoch eine solide Leistung.
Emotionale Rückkehr nach Paris
Für Wellbrock war der Erfolg auch eine persönliche Genugtuung. Bei den Olympischen Spielen 2024 hatte er in Paris ein Debakel erlebt: Über zehn Kilometer wurde er nur Achter, und im Becken schied er über 800 und 1500 Meter Freistil bereits im Vorlauf aus. Diesmal qualifizierte sich der Magdeburger gar nicht für die Beckenrennen, sondern konzentrierte sich ganz auf das Freiwasser.
Nach einer schwierigen Saison mit mehreren Krankheitspausen hatte Wellbrock vor der EM seine Erwartungen „auf ein Minimum“ heruntergeschraubt. Umso beeindruckender war seine Leistung, die er selbst als „mentale Meisterleistung“ bezeichnete. Bereits am Dienstag hatte er über zehn Kilometer Gold gewonnen, nun folgte der nächste Coup.
Weitere Aufgaben in Paris und Blick auf 2028
Wellbrock, der im vergangenen Jahr alle vier Freiwasser-Titel bei der Weltmeisterschaft in Singapur gewonnen hatte, startet in Paris noch im Knockout-Sprint am Freitag (11.15 Uhr) und in der Staffel am Samstag (10.00 Uhr). Auch Klemet wird dort an den Start gehen.
Während Klemet und seine Teamkollegen in der kommenden Woche im Centre Aquatique Olympique am Stade de France um weitere Medaillen kämpfen, reist Wellbrock zu den Pan Pacifics nach Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien. Dort will er bereits die Bedingungen für die Sommerspiele 2028 in Los Angeles testen.



