NFL-Stars im Trainingsstreik: Robinson und Gibbs verweigern Teilnahme
NFL-Stars im Trainingsstreik: Robinson und Gibbs streiken

Das Training Camp der NFL hat begonnen, doch einige Stars verweigern die Teilnahme. Bijan Robinson von den Atlanta Falcons und Jahmyr Gibbs von den Detroit Lions üben einen sogenannten "Hold-in" aus: Sie erscheinen im Camp, trainieren aber nicht. Auch Defensive Tackle Vita Vea von den Tampa Bay Buccaneers fordert einen Trade und streikt. Der Grund: Sie wollen neue, marktgerechte Verträge.

Hintergrund der Verweigerung

Die Spieler nutzen ihr einziges Druckmittel in Vertragsverhandlungen: die Verweigerung der Trainingsarbeit. Ein "Hold-in" unterscheidet sich vom klassischen "Hold-out", bei dem der Spieler dem Camp fernbleibt. Indem sie anwesend sind, vermeiden sie Vertragsstrafen, schützen sich aber vor Verletzungen in der ungewohnten Belastung. „Dies wird gewissermaßen erstmal so weitergehen“, sagte Lions-Head-Coach Dan Campbell zur Inaktivität von Gibbs. „Es wird kommen, wie es kommt. Ich glaube, so kann man es am besten ausdrücken. Beide Seiten arbeiten hier etwas aus, und wir werden die Dinge nehmen, wie sie kommen – das ist der Stand der Dinge.“

Gemeinsamkeiten von Robinson und Gibbs

Robinson (2023 an Position 8 gedraftet) und Gibbs (Position 12) teilen viele Gemeinsamkeiten. Beide wurden im ersten NFL Draft 2023 ausgewählt, spielen als Running Backs und wurden mehrfach in den Pro Bowl gewählt – Gibbs dreimal, Robinson zweimal. Robinson schaffte es sogar ins All-Pro First Team. Ihre Teams haben die Option für ein fünftes Vertragsjahr gezogen, sodass ihre Verträge bis Ende 2027 laufen, allerdings zu Gehältern unter dem Marktniveau. Seit dieser Offseason dürfen sie aufgrund der NFL-Regularien (drei angerechnete Jahre) neue Verträge unterschreiben.

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Druckmittel und Verhandlungsstrategie

Der "Hold-in" ist eine verbreitete Taktik, um das Front Office unter Druck zu setzen. NFL-Karrieren sind kurz, und die Spieler tragen ein hohes Verletzungsrisiko. Teams verdienen viel Geld mit ihnen, während die Verträge selten voll garantiert sind. Daher nutzen Top-Spieler jede Gelegenheit, um bessere Konditionen auszuhandeln. Die Agenten beider Spieler orientieren sich am Markt, insbesondere am durchschnittlichen Jahresgehalt, das als PR-Instrument dient. Die Messlatte für Running Backs liegt bei 20,6 Millionen Dollar, die Saquon Barkley bei den Philadelphia Eagles erhält. Dahinter folgen Christian McCaffrey (19 Mio.) und De'Von Achane (16 Mio.).

Erwartungen und mögliche Verträge

Sowohl Robinson als auch Gibbs dürften die derzeitige Spitzenmarke übertreffen. Unklar ist, wie weit. Erschwerend kommt hinzu, dass beide Teams parallel verhandeln. In der NFL erhält derjenige, der zuerst unterschreibt, oft weniger, weil der andere die neue Messlatte sieht und überbietet. Beispielsweise übertraf Cornerback Denzel Ward von den Cleveland Browns kürzlich die Spitzenmarke von 31 Millionen Dollar mit 31,1 Millionen Dollar – ein minimaler Unterschied. Ähnlich wird es bei Robinson und Gibbs erwartet. Die Frage ist, wer zuerst nachgibt. Es ist ein „Game of Chicken“: Wer zuerst zuckt, verliert. Bei den zu erwartenden Summen wird der Schmerz jedoch begrenzt sein.

Ausblick

Die Hold-in-Aktionen könnten noch länger andauern, bis die Front Offices neue Angebote vorlegen. Sollten die Verhandlungen scheitern, drohen Trade-Forderungen oder ein längerer Streik. Für die Teams ist die Situation heikel, da sie ihre Stars für die Saison brauchen. Die NFL-Vorbereitungsphase hat gerade erst begonnen, und die Zeit drängt. Die nächsten Wochen werden zeigen, wer blinzelt.

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