Unwürdiges Hovemann-Aus: Das nächste Fortuna-Eigentor
Bei Fortuna dürften sich sehr viele gerade fragen: Wann hört das endlich auf? Fast vier Wochen nach dem Abstieg ist nach Sven Mislintat (53) und 67 Geschäftsstellen-Mitarbeitern auch das Aus von Arnd Hovemann (52) beschlossene Sache. Und das Kopfschütteln geht weiter.
In den letzten Wochen hatte Fortuna Düsseldorf versucht, für Aufbruchstimmung und mit Zukunfts-Entscheidungen in den Büros für das ein oder andere optimistische Lächeln zu sorgen. Stattdessen gibt es dort den nächsten Stimmungskiller und eine weitere Abteilung, der das Leben extrem schwer gemacht wird. Mit Hovemann verliert das Ressort Finanzen, das gerade wegen des Abstiegs wichtiger denn je ist, seinen Kopf - nachdem dort schon ausgedünnt worden ist. Immer weniger Leute müssen immer mehr Arbeit machen und sind nun ohne Führung.
Der Grund dafür: Fortuna will sich das Gehalt sparen, der Plan des Aufsichtsrats ist nach BILD-Informationen deswegen, einen ehrenamtlichen Finanzvorstand zu gewinnen. AR-Boss Björn Borgerding (44): „Durch den Abstieg müssen wir die Besetzung des Vorstands an die wirtschaftlichen Gegebenheiten an die 3. Liga anpassen.“ Anpassen bedeuten im Fall des Finanzvorstand-Gehalts: Auf null stellen.
BILD erfuhr: Hovemann hatte dem Aufsichtsrat angeboten, bis zum 31. Dezember zu deutlich geringeren Bezügen weiterzumachen - Fortuna hätte so mit ihm diesen mega-schweren Sommer bestreiten und den Jahresabschluss nach dem 30. Juni machen können. Der Aufsichtsrat lehnte aber ab.
Umgang mit Hovemann menschlich bedenklich
Es ist jedem selbst überlassen, was er von dieser Entscheidung hält - das Zustandekommen war aber wieder voll und ganz die Fortuna der letzten Wochen. Die Mislintat-Entlassung kam schon zu einem schädlichen Zeitpunkt - dass Hovemann aber über Wochen nichts gesagt wurde, ist nicht nur aus Klub-Sicht ein Unding, sondern vor allem menschlich höchst bedenklich.
Dass Düsseldorf sparen muss, ist nichts Neues. Dass Hovemanns Vertrag am 30. Juni ausläuft, weil sein Arbeitspapier nicht für die 3. Liga gültig ist, ist auch ein alter Hut. Es gibt KEINEN Grund, warum der Finanzvorstand vier Wochen ohne Gewissheit weiterarbeiten musste. Umso mehr wird ihm auf der Geschäftsstelle hoch angerechnet, dass er sich voll reingehauen hat.
Fachlich war Hovemann in seinen fast sieben Fortuna-Jahren ohnehin nichts vorzuwerfen, der Finanz-Experte manövrierte den Klub auch stark durch die Corona-Pandemie. Sogar Borgerding gibt zu: „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten hat er maßgeblich dazu beigetragen, den Verein finanziell zu stabilisieren und strukturell weiterzuentwickeln.“
Deswegen wäre es erst recht die Pflicht des Aufsichtsrats gewesen, offen mit Hovemann umzugehen statt ihn zappeln zu lassen. Kein Wunder, dass er sich in einer Mail an das Kontrollgremium über die lange Wartezeit beschwerte (BILD berichtete). Jetzt hat Hovemann endlich Gewissheit - und nach seinem abgelehnten Angebot die Erkenntnis, dass er nie eine Chance auf eine Zukunft hatte.



