Die Sommerferien in Bayern beginnen mit einer neuen Hitzewelle. Während die Temperaturen vielerorts wieder über 35 Grad klettern, drohen vor allem in den Nächten tropische Verhältnisse. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor extremer Wärmebelastung, insbesondere in Mainfranken und den Ballungszentren. Gleichzeitig sorgen lokale Gewitter für eine kurze Abkühlung – allerdings mit Sturmböen.
Temperaturen bis 39 Grad am Untermain
Am Mittwoch erreichen die Höchstwerte laut DWD-Meteorologin Claudia Rescher bayernweit mehr als 30 Grad. „In Mainfranken sind 36 Grad möglich“, so Rescher. Am Donnerstag steigen die Temperaturen verbreitet auf über 35 Grad, am Untermain sogar bis zu 39 Grad. Der Hitze-Hotspot im Freistaat nähert sich damit erneut der 40-Grad-Marke, bleibt aber knapp unter den extremen Werten von Ende Juni.
Deutlich kühler bleibt es dagegen in den Hochlagen: Die Zugspitze bietet mit 8 Grad die größte Abkühlung. Auch die Mittelgebirge locken mit Temperaturen um die 20 Grad. „Wer es nicht bis auf den Gipfel schafft, kann sich auch mit einer Dusche oder einem Fußbad helfen“, rät Rescher.
Gewitter mit Sturmböen – und kaum Erleichterung für die Böden
Am Donnerstagabend sind lokal heftige Gewitter möglich, vor allem in Franken. Sie bringen nicht nur Regen, sondern auch Sturmböen mit bis zu 85 Kilometern pro Stunde. „Die Böen können auch abseits der Gewitter auftreten – dann ist es heiß und stürmisch zugleich“, erklärt die Meteorologin. Allerdings reichen die Niederschläge nicht aus, um die anhaltende Trockenheit zu lindern. „Zwei bis drei Tage gemäßigter Landregen wären sehr hilfreich für die Böden“, betont Rescher.
Tropennächte in Städten und Mainfranken
Besonders belastend sind die sogenannten Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. In der Nacht zu Donnerstag prognostiziert der DWD solche Nächte vor allem in den größeren Ballungszentren und in Mainfranken. „In einigen Städten wird die Temperatur nicht unter 20 Grad sinken“, so Rescher. In den übrigen Regionen Bayerns kühlt es nachts auf 15 bis 18 Grad ab.
Ab 30 Grad wird die Hitze zur Gefahr – insbesondere für ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, bei Hitze alle ein bis zwei Stunden mindestens 0,2 Liter Wasser zu trinken, auch ohne Durstgefühl. Das Umweltbundesamt warnt zudem davor, Menschen oder Tiere in parkenden Autos zurückzulassen.
Wälder, Landwirtschaft und Gewässer unter Druck
Die Waldbrandgefahr steigt laut DWD deutlich an. Auch die Wassertemperaturen in Flüssen und Seen nehmen zu, was den Sauerstoffgehalt senkt und zu Fischsterben führen kann. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) zeigt sich alarmiert. „Die hohen Temperaturen und langen Trockenperioden sind ein Warnsignal“, sagt LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer. „Die Bayerische Staatsregierung muss den Wasserrückhalt in der Landschaft vorantreiben, mehr Gewässer renaturieren, naturnahe Wälder fördern und die Städte stärker begrünen.“
Landwirte und Winzer hoffen derweil auf ergiebige Regenfälle. Die lokalen Schauer der Gewitter seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein, so die DWD-Expertin.
Ausblick: Heißes Wochenende mit subtropischer Luft
Zum Ende der Woche und zu Beginn der nächsten Woche bleibt es hochsommerlich. „Sonntag und Montag sind bayernweit weit mehr als 30 Grad möglich“, prognostiziert Rescher. Dabei handle es sich nicht um trockene Hitze, sondern um feuchte Subtropikluft, die das ganze Wochenende über für Schauer und Gewitter sorge. Die Kombination aus hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit werde die gefühlte Wärme noch verstärken. Besonders in den Nächten sei mit anhaltender Schwüle zu rechnen.



