Die Spree führt derzeit so wenig Wasser, dass die Verantwortlichen in Berlin, Brandenburg und Sachsen Alarm geschlagen haben. Eine kurzfristig einberufene, länderübergreifende Arbeitsgruppe soll nun Maßnahmen abstimmen, um die Wassermenge wieder zu erhöhen, wie das Brandenburger Landesamt für Umwelt (LfU) mitteilte. Für das mittlere Spreegebiet gilt bereits seit Anfang Juni die Niedrigwasserstufe 1 von 3.
Talsperren nur zur Hälfte gefüllt
Ein zentrales Problem ist die anhaltende Trockenheit im Winter und Frühjahr. Die Talsperren, insbesondere im Oberlauf der Spree auf sächsischer Seite, sind nicht ausreichend gefüllt. „Zum Beginn des Sommers waren die Speicher im Spreegebiet nur zur Hälfte gefüllt“, erklärte das LfU. In der Folge kann nicht genug Wasser in die Spree geleitet werden, um die Situation zu entschärfen.
Pegel deutlich unter dem Durchschnitt
Die Auswirkungen zeigen sich besonders an den Pegeln Leibsch Unterpegel (UP) und Große Tränke Unterpegel. Seit Ende Mai wurden am Pegel Leibsch UP lediglich 3,46 Kubikmeter Wasser pro Sekunde erreicht. Nach den jüngsten Niederschlägen im Spreewald Ende Juli stieg der Wert auf knapp 4 Kubikmeter pro Sekunde. Zum Vergleich: Der mittlere Juli-Abfluss der Jahresreihe 1991 bis 2020 beträgt am Pegel Leibsch UP 7,09 Kubikmeter pro Sekunde.
Talsperre Spremberg soll mehr Wasser abgeben
Um die Wasserverluste auszugleichen, setzen die Verantwortlichen nun vor allem auf die Talsperre Spremberg südlich von Cottbus. Sie soll in den kommenden Tagen mehr Wasser in die Spree abgeben – solange, bis der Wasserstand in der Talsperre von derzeit 90,33 Metern über dem Meeresspiegel auf 90 Meter abgesunken ist. Dann können an der Talsperre erforderliche Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden.
Weiteres Vorgehen wird abgestimmt
Die nun einberufene Arbeitsgruppe der drei Länder soll klären, wie es dann weitergeht. Sie wird sich darüber abstimmen, aus welchen Speichern wie viel Wasser abfließen kann. Ziel ist es, die Wasserversorgung der Spree und ihrer Nebenflüsse sowie der angrenzenden Regionen sicherzustellen. Die anhaltende Trockenheit stellt die Wasserwirtschaft vor große Herausforderungen, da die Speicherreserven begrenzt sind und die Niederschläge im Sommer bislang nicht ausreichten, um die Defizite auszugleichen.



