Die erhoffte Vertragsverlängerung ist geplatzt: Baker Mayfield geht in sein letztes Vertragsjahr bei den Tampa Bay Buccaneers. Die von ihm selbst gesetzte Deadline zum Start des Trainingslagers ist verstrichen, ohne dass eine Einigung erzielt wurde. Stattdessen schlagen dem Quarterback nun offene Kritik aus dem eigenen Lager entgegen – und die Stimmung zwischen den Parteien gilt als nachhaltig gestört.
Die bisherigen Jahre verliefen überwiegend erfolgreich, eine Einigung galt als reine Formsache. Doch inzwischen mehren sich Anzeichen, dass es beiden Seiten an gegenseitigem Respekt mangelte. Mayfield selbst machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl.
„Man fühlt sich respektlos behandelt“
„Ich wollte, dass der Deal rechtzeitig zustande kommt, ich habe eine Deadline gesetzt und ihnen gesagt, dass es danach nur noch um Football geht. In dieser Hinsicht ist es enttäuschend – man fühlt sich ein Stück weit respektlos behandelt“, erklärte Mayfield. „Das ist wirklich der enttäuschende Teil: unterbewertet zu fühlen, obwohl man glaubt, sich das verdient zu haben.“
Der Quarterback ordnet sich weiterhin als Franchise-Quarterback ein. „Mir wurde gesagt, ich sei ein Franchise-Quarterback. Das wurde hier von der Besitzerseite auch öffentlich so geäußert“, ergänzte er. In der kommenden Saison stehen ihm abgesehen von Leistungsboni insgesamt 27 Millionen Dollar zu, 17 Millionen davon wurden bereits als Roster Bonus ausgezahlt.
Finanzielle Kluft zur Ligaspitze
Mit einem Durchschnittsgehalt von 33,33 Millionen Dollar pro Jahr findet sich Mayfield nicht einmal in den Top Ten der bestverdienenden Quarterbacks wieder. Die Spitze der Liga bewegt sich auf einem ganz anderen Niveau. Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs geht als Topverdiener in die neue Spielzeit: An realem Geld erhält er 56,75 Millionen Dollar – mehr als doppelt so viel wie Mayfield.
Auch bei der unter Agenten beliebten Berechnung des jährlichen Durchschnittsgehalts führt Mahomes die Rangliste an, seine Vertragsverlängerung war im Schnitt über 63 Millionen Dollar wert. Mayfield hingegen muss sich mit einem Platz jenseits der Top Ten begnügen.
Unmut bei den Bucs-Besitzern
Mayfields öffentliche Kritik dürfte die Fronten weiter verhärtet haben. Laut ESPN-Reporter Adam Schefter ist die Familie Glazer, Eigentümerin der Buccaneers, alles andere als begeistert über die Aussagen ihres Quarterbacks. „Baker ist mit ihnen unzufrieden, und sie sind nicht glücklich darüber, wie er öffentlich über die Organisation gesprochen hat. Das ist nicht ideal“, sagte Schefter.
Rick Stroud von der „Tampa Bay Times“ pflichtet bei: „Eines weiß ich über die Besitzer der Bucs: Sie lassen sich ebenfalls nicht gern respektlos behandeln – und Mayfield ist da vielleicht ein Stück weit über die Grenze gegangen.“
Angebot über 100 Millionen Dollar auf dem Tisch
Dabei sollen die Bucs durchaus Verhandlungsbereitschaft gezeigt haben. Einem ESPN-Bericht zufolge offerierten sie Mayfield eine Verlängerung um zwei Jahre und 100 Millionen Dollar – ein Schnitt von 50 Millionen pro Saison, womit er in die Nähe der bestbezahlten Quarterbacks gerückt wäre. Genaue Konditionen sind nicht bekannt. Mayfield hatte erst im Mai 2024 für 100 Millionen Dollar über drei Jahre in Tampa unterschrieben, nachdem er seine Karriere 2023 mit einem Einjahresvertrag bei den Bucs wiederbelebt hatte.
Ausblick: Free Agency oder Franchise Tag
Ohne weitere Verhandlungen kann Mayfield nach der kommenden Spielzeit zum Free Agent werden. Die Bucs hätten allerdings die Möglichkeit, ihn per Franchise Tag für ein weiteres Jahr zu binden. Laut „Over The Cap“ wäre damit ein Jahresgehalt von knapp über 50 Millionen Dollar verbunden – allerdings nur für eine Saison und ohne die Chance, den Markt zu testen.
Für den Moment konzentriert sich Mayfield darauf, nach der enttäuschenden Vorsaison mit den Buccaneers wieder die Playoffs zu erreichen – so wie in seinen ersten beiden Jahren in Tampa. Der frühere erste Pick des Drafts 2017 hatte mit den Cleveland Browns 2020 die Playoffs erreicht, ehe es nach einer verkorksten Saison über die Carolina Panthers zu den Los Angeles Rams ging, wo er den verletzten Matthew Stafford ersetzte. Seit 2023 läuft er für die Buccaneers – ob seine Zeit dort 2026 endet, bleibt abzuwarten.



