Struff übertrumpft Becker und Stich
Jan-Lennard Struff hat bei den Wimbledon Championships 2026 einen deutschen Rekord aufgestellt. Der 36-jährige Warsteiner servierte im Zweitrundenmatch gegen den an Nummer 28 gesetzten US-Amerikaner Brandon Nakashima (24) unglaubliche 45 Asse. Damit übertraf er die bisherigen Bestmarken von Boris Becker (31 Asse im Halbfinale 1995 gegen Andre Agassi) und Michael Stich (38 Asse im Halbfinale 1991 gegen Stefan Edberg). Seit Beginn der systematischen Statistik-Erfassung hatte kein deutscher Tennisspieler mehr Asse in einem Match geschlagen.
Fünfsatz-Krimi über zwei Tage
Die Partie entwickelte sich zu einem wahren Aufschlag-Festival. Auch Nakashima schlug 41 Asse. Struff gewann schließlich mit 4:6, 7:6, 7:6, 6:7, 7:6. Das Match war am Mittwochabend wegen Dunkelheit nach vier Sätzen unterbrochen worden. Am Donnerstag musste Struff nach dem Wiederbeginn zunächst einen Rückschlag verkraften: Beim Stand von 3:3 gab er mit einem Doppelfehler seinen Aufschlag ab. „Ich wusste, dass ich am ersten Tag vier Breakchancen hatte, die ich nicht genutzt habe. Er hatte ein paar mehr, aber auch nur eine genutzt. Ich wusste, dass es schwierig wird, dann zurückzukommen. Das war dann mutig“, sagte Struff nach dem Match. Der Sauerländer schlug zurück, glich mit seinem ersten Break im gesamten Match zum 5:5 aus und rettete sich in den Match-Tiebreak. Dort nutzte er schließlich seinen zweiten Matchball zum Sieg.
Struff: „Deutscher Rekord ist schön“
Struff zeigte sich erleichtert und stolz: „Ich wusste, dass ich aktiv spielen muss. Ballwechsel wären ihm entgegengekommen. Ich habe mal gegen Ivo Karlovic viele Asse gehabt. Aber deutscher Rekord ist schön, da freue ich mich.“ Mit 65 Asse insgesamt führt Struff auch die Asse-Statistik des gesamten Turniers an. Der Sieg beendete zudem eine persönliche Durststrecke: Zum ersten Mal seit November 2025 gewann Struff bei einem Turnier im Hauptfeld mehr als zwei Matches.
Nächste Herausforderung: Daniil Medvedev
In der dritten Runde wartet nun Daniil Medvedev auf Struff. Der russische US-Open-Champion von 2021 hatte Struff 2024 in der dritten Runde aus Wimbledon geworfen. In neun Duellen mit Medvedev konnte Struff nur einen Sieg feiern. Dennoch gibt sich der Deutsche kämpferisch: „Da gilt es, an der Bilanz zu arbeiten. Vollgas. Körperlich fühle ich mich gut. Es ist ein Traum. Es geht darum, den Glauben zu haben, ihn zu schlagen.“



